Porträtfotografien in klassischem Schwarz-weiß, zum Beispiel von Franz Hubmann, Elfriede Mejchar und Christian Skrein, begleiten u.a. die Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre. In Franz Grafs Zeichnungen wiederum werden Gesichter zu Landschaften, die grotesken Verzerrungen des Mienenspiels in den Arbeiten Arnulf Rainers lassen sich auf Vorbilder wie Franz Xaver Messerschmidt beziehen. Zahlreiche Künstler schlüpfen in Posen und Rollen, wie Rudolf Hausner in seinen manischen Darstellungen des Alter Ego "Adam". Biografische Ready-Mades von Romana Scheffknecht oder bearbeitete Stills von Marianne Maderna bedienen sich der Videoinstallation.
Im letzten Teil der Schau geht es um das geschundene, sterbliche, heilige und heroische Ich: mit Porträts des 2008 verstorbenen Gugginger Künstlers Aurel Iselstöger, Adolf Frohners "Bildnis des Künstlers in jungen Jahren in der Manier des Piero della Francesca", Gottfried Helnweins bandagierten Kindern und Werner Reiterers digitaler, erbarmungslos den Countdown anzeigender Lebensuhr.
Außerdem sind Zeichnungen, Texte, Fotos und Objekte von Lois Weinberger zum temporären Gartenprojekt Gebiet II, Spiegelfabrik Gars am Kamp 2007- 2010, sowie eine filmische Dokumentation von Rudi Palla zu sehen. Franziska und Lois Weinberger stellen in "Ruderal Society" die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit dem Peripheren in den Mittelpunkt. Im Skulpturen- und Naturgarten des Landesmuseums kann ihr 2002 installierter, aus 2.000 Plastikgebinden bestehender "Garten" besucht werden.
