Von idealisierten Darstellungen früherer Epochen über fürstliche Porträts, Aufklärung, Vormärz und Biedermeier über die "Arme-Leute-Malerei" eines Max Liebermann bis zur Suche nach dem "eigenen inneren Kind" von Zeitgenossen spannt sich der Bogen und vermittelt damit zugleich Sozial- und Gesellschaftsgeschichte.
Ein Video thematisiert den Kinderkreuzzug und den Rattenfänger von Hameln und zeigt damit die "Instrumentalisierung des Kindes zu allen Zeiten", sagte Direktor Hans-Peter Wipplinger, der die Ausstellung mit Nicole Fritz kuratiert hat. Die Intention, Epochen miteinander zu verknüpfen und so Dialoge herzustellen, sei ein Alleinstellungsmerkmal der Kunsthalle. Vermittelt werden auch Aberglauben und rituelle Objekte einer Epoche.
52 internationale und private Leihgeber haben Exponate beigesteuert, darunter das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster, Wiener Museen sowie die Sammlungen Würth, Essl, Goetz und Olbricht. Mehr als 30 Werke Alter Meister spanischer, flämischer, englischer und französischer Herkunft stammen von der Fundacion Yannick y Ben Jacober (Mallorca).Jacober freute sich, dass sich "seine Engel", die in diversen Schauen bisher "einsam" unterwegs gewesen seien, in Krems mit "Bengeln" mischen. Vertreten sind weiters u.a. Gustave Courbet, Thomas Lawrence, Ferdinand Waldmüller, Paula Modersohn-Becker, Bruno Gironcoli, Jake und Dinos Chapman, Gottfried Helnwein und Elke Krystufek.
Kunsthalle Krems, "Von Engeln & Bengeln. 400 Jahre Kinder im Porträt", 6. März bis 3. Juli.Kunsthalle Krems