June 3rd, 2013
Malteser
Ausstellung Gottfried Helnwein in der Albertina
WIEN - Dem viel diskutierten, jedenfalls aber genialen Künstler Gottfried Helnwein, bekannt für die äußerst bedrückenden Motive seiner Werke, widmete die Albertina zu seinem 65. Geburtstag die erste Retrospektive in Europa. Genau das nahmen sich die MALTESER mit ihren Betreuten zum Anlass, die Ausstellung zu besichtigen.

Die Vorfreude auf die Führung war groß, denn die Kuratorin selbst - Elsy Lahner - führte durch diese faszinierende Ausstellung. Sie ermöglichte nicht nur Freikarten für die gesamte Gruppe, sondern nahm sich auch zwei Stunden Zeit, in denen sie geduldig alle Fragen beantwortete und alle an der Begeisterung, mit der sie eineinhalb Jahre an dieser Ausstellung arbeitete, teilhaben ließ. So hatte sie spannende Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken und deren Entstehungsgeschichten parat. Die Vielfalt der über 150 Arbeiten gibt Einblick in alle Werkphasen Gottfried Helnweins - von einem seiner frühesten Werke, welches ihm die Aufnahme an die Akademie für bildende Künste ermöglichte, bis hin zu seinen neuesten Werken, welche erst kürzlich im Jahr 2013 entstanden.

Seine Bilder sind keinesfalls ‚schön’ anzusehen, lösen im Betrachter jedoch exakt das aus, was jeder Künstler erreichen will: eine Beschäftigung mit seinen Werken über die Dauer der Führung hinaus. Er spricht bewusst unangenehme Themen, ‚Tabuthemen’ an, welche beim Betrachten richtiges Unbehagen, oft sogar Entsetzen, auslösen. Am faszinierendsten waren Helnweins hyper-realistische Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern, durch welche er zu großer Bekanntheit gelangte. Betreute, wie MALTESER standen staunend davor, da man es kaum für möglich halten konnte, kein Foto, sondern ein Acryl- und Ölbild vor sich zu haben. Am Ende angelangt, nahm sich Elsy Lahner noch Zeit, um über persönlichen Eindrücke der Betreuten und MALTESER zu reden und zu diskutieren, da man das Gesehene auf jeden Fall erst einmal verarbeiten muss.