Valeria Waibel und Peter W. Klein überlegten bei der Konzeption, wie das einzelne Exponat das Thema „Ankommen“ ausdrücken kann. Diesem Ansatzpunkt folgend gestaltete die Kuratorin die Ausstellung mit Gemälden, Grafiken, Fotografien, Videos, Installationen oder Objekten von 22 zeitgenössischen Künstlern aus aller Welt. Während des Rundgangs durch die mit annähernd 100 Werken bestückte Präsentation bringen sie dem Besucher die Bedeutung von „Ankommen“ eindringlich und eindrücklich näher.
Im Erdgeschoss vermitteln Bilder, Fotografien und Videos dem Besucher die Möglichkeit, selbst in der Ausstellung erst einmal anzukommen. Unter anderem zeigen Fotografien der Türkin Ülkü Süngün deren Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und ihrer Identität.
Als „eine Reflexion über Zeit und Ort“ beschreibt die Kuratorin den Ausstellungsinhalt in einem überdimensional großen, weiten Raum. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Zeit des Dritten Reichs wird mit dem großformatigen Bild von Gottfried Helnwein ausgelöst. Es zeigt SS-Offiziere, die ein stolz aufrecht stehendes Baby auf dem Schoß seiner schönen Mutter als den soeben geborenen Führer anbeten. Der in Wien geborene Künstler provoziert mit seinen Bildern ganz bewusst die heutige Gesellschaft. Im Kontext dazu stehen Objekte von Marco Schuler, von dem auch Videoaufnahmen gezeigt werden, in denen er das Ankommen über schmerzhafte Erfahrungen erreichen möchte. Ankommen kann der Besucher schließlich auf Ebene drei. Hier breiten sich Bildräume und Landschaften aus, die ihm einen Zugang zu eigenen Vorstellungswelten eröffnen können. Festgehalten in Fotografien zeigt der chinesische Künstler Chi Peng beispielsweise den nackten Menschen in irrealen Landschaften.
Autor: Rudolf Wesner
