Erfreuliche Zuschläge im Rahmen der Erwartungen, aber auch einige schmerzliche Rückgänge erlebte Van Ham in Köln bei seinen Auktionen mit Moderne und Zeitgenossen. Die Versteigerungen gingen mit einer Gesamttaxe von 4,6 bis 6,3 Millionen Euro an den Start und erzielten ein Nettoergebnis von 3,8 Millionen Euro. Das Hauptlos der Moderne-Offerte, Rudolf Bauers „Triangles“ von 1938, wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht: Von 220.000 Euro an im Rennen, bewilligte ein Sammler aus Österreich 300.000 Euro (Taxe 300.000/400.000 Euro) für die dynamische Komposition. Jawlenskys locker skizziertes Gemälde „Frühlingswind und Wiesen“, entstanden um 1916, bestätigte seine untere Taxe von 125.000 Euro (125.000/150.000). Eine starke Steigerung erlebte Walter Opheys Gemälde „Komet“ von 1910. Zahlreiche Telefone klingelten und verstummten erst, als das Werk 53.000 Euro (8000/12.000) erreichte.
Die angebotenen Gemälde Karl Hofers blieben, bis auf das unverkaufte „Stillleben mit Birne“, mit Zuschlägen von 15.000 bis 43.000 Euro im Rahmen der Erwartungen (Taxen von 16.000 bis 50.000). Heinrich Maria Davringhausens Porträt seiner Mutter wurde für 40.000 Euro (40.000/60.000) übernommen, Johannes Molzahns Selbstporträt löste 28.000 Euro (30.000/40.000) ein. Keinen Interessenten fand Auktionator Markus Eisenbeis für Emil Noldes Aquarell „Dampfer“ (80.000/120.000), ebenso wenig für Picassos „Nu debout“ (60.000/70.000). Begehrt waren Picasso-Grafiken und -Keramik: Bis auf zwei Lose konnten alle vierzehn Werke vermittelt werden.
Die dreihundert Lose der Offerte mit zeitgenössischer Kunst bestätigte den hauseigenen Trend. Van Ham bewegt sich im Angebot immer weiter in die Gegenwart. Ein deutscher Sammler begeisterte sich für Gerhard Richters „Grau“, der das Bild bis auf 130.000 (100.000/150.000) hob. Deutscher Handel bewilligte nach einem langen Telefongefecht 85.000 Euro für eine Richter-Hinterglasmalerei, die mit 40.000 bis 60.000 Euro ausgezeichnet war. Gottfried Helnwein hieß der Ausreißer des Tages: Sein von 22.000 Euro gehandeltes fotorealistisches Porträt von James Dean auf einer New Yorker Straße, flankiert von zwei naiven Comicfiguren, war einem Bieter 73.000 Euro (20.000/30.000) wert.
Bei 55.000 Euro (60.000/80.000) fiel der Hammer für Jörg Immendorffs „Parlament“. Günther Uecker war wieder einmal auf Erfolg programmiert: Sein Kartonmodell für ein kinetisches Nagelobjekt aus dem Jahr 1970 begeisterte zahlreiche Interessenten im Saal und an den Telefonen. Am Ende standen 60.000 Euro (20.000/30.000) zu Buche. Groß war das Interesse auch für eine monumentale „Helle Komposition“ des 1981 gestorbenen Karl Dahmen, dessen Nachlass künftig im Haus verwaltet wird. Auf 12.000 bis 18.000 Euro geschätzt, erzielte das archaisch anmutende Tableau einen Zuschlag bei 34.000 Euro. In der umfangreichen Warhol-Offerte erfuhr eine „Beethoven“-Farbseriegraphie aus dem Jahr 1987 mit 54.000 Euro (20.000/30.000) die höchste Steigerung. Einen starken Auftritt erlebte die Eat Art aus dem Besitz von Carlo Schröter, der den Erfolg seiner Sammlung im Saal miterlebte: Nahezu alle 79 Lose wurden verkauft. Spitzenreiter wurde Dieter Roths 1970 entstandener, in ein Panorama aus Schokolade gegossener „Stuttgarter Fernsehturm“ mit 38.000 Euro (30.000/50.000).
Nachdem man bei der Vorbesichtigung auf Yves Kleins Schwammskulptur „Éponge bleue SE 253“ (90.000/120.000) verzichten musste, da diese im Pariser Klein-Archiv einen neuen Ständer bekam, fiel das Los in der Auktion durch. Erfolgreich war aber seine Farbseriegraphie „Monochrome und Feuer“: Die drei Kartons in Magenta, Gold und Blau wurden 1961 als Katalogbeigabe zur ersten deutschen Einzelausstellung Kleins im Krefelder Haus Lange verkauft. Damals kosteten sie sieben Mark; nun erfolgte der Zuschlag erst bei 10.000 Euro (6000/8000).