Edda Baumann-von Broen und Hasko Baumann haben sich den achtzigsten Geburtstag der Comic-Ente Donald Duck (DD) zum Anlass genommen, 90 Minuten über Donald an sich und das Scheitern als solches zu produzieren.
Sie haben den amerikanischen DD-Zeichner Don Rosa interviewt, aber auch deutsche Zeichner wie Volker Reiche und Jan Gulbransson, die versuchen, unsere Lieblingsente zu analysieren, bei der das Scheitern zur Tagesordnung gehört. Und das gefiel den Menschen damals und gefällt ihnen heute noch besser. Der Verlierer steht hoch im Kurs in unserer allzu perfekten Gesellschaft: Scheitern ist verpönt und wir laben uns daran, Menschen beim Scheitern zuzusehen. Weil es eben so menschlich ist, weil es mich genauso treffen könnte. Aber wenn es stellvertretend einen anderen trifft, umso besser, dann kann ich mich weiter darum kümmern, genau so zu sein wie alle anderen auch.
„Wir haben eine Gesellschaft von Konformisten“, sagt Professor Matthias Junge von der Uni Rostock im Beitrag. Das ist ebenso wahr wie traurig, weil eine Gesellschaft aus Konformisten unweigerlich in der Stagnation landen muss. Interessant ist doch die, der, das Nonkonforme. Aber vor der, dem hat die Gesellschaft natürlich Angst, weil sie, er, es anders ist.
Einen kleinen Nachteil hatte die gelungene Dokumentation „Das Donald-Duck-Prinzip“ jedoch: Sie lief viel zu spät. Solche Beiträge sollten zur prime time laufen, denn wie sagte Carl Barks einmal: „Bei uns steht der Fernsehapparat nie still, und was dann geboten wird, ist zu 99 Prozent absoluter Schund! Man kann den Einfluss des amerikanischen Fernsehens auf die Bevölkerung gar nicht genug betonen, es macht die Menschen wirklich kaputt und vergiftet sie!“ Aber „Das Donald-Duck-Prinzip“ ist alles andere als Schund.