June 5th, 2015
junge Welt
Menschen in Machtpositionen
Gisela Sonnenburg
Johann Kresnik zeigt Konsumfaschismus in »120 Tage von Sodom« an der Volksbühne in Berlin
Gottfried Helnwein baute Kresnik ein beeindruckendes Bühnenbild. Da türmen sich Regalwände mit verpackten Waren übermannshoch zu einem Labyrinth der Verdummung. »Coca Cola« steht ebenso dran wie »BND«. Die Menschen werden behandelt wie Ratten in einem sexistischen Versuchslabor. Drastisch simulierte Gruppenfolter dient hier der radikalen Erkenntnis: So sind Menschen, denen man – zumal im Kapitalismus – zuviel Macht über andere zugesteht.

"The 120 Days of Sodom" after de Sade and Pier Pasolini, installation by Gottfried Helnwein, directed by Johann Kresnik, Volksbühne Berlin
'The 120 Days of Sodom, based on de Sade and Pasolini, Johann Kresnik und Gottfried Helnwein, Volksbühne, Berlin
Die 120 Tage von Sodom nach de Sade und Pasolini, Johann Kresnik, Gottfried Helnwein, Volksbühne Berlin
"The 120 Days of Sodom" after de Sade and Pier Pasolini, Gottfried Helnwein at the installation on the stage
Die 120 Tage von Sodom nach de Sade und Pasolini, Johann Kresnik, Gottfried Helnwein, Volksbühne Berlin

Nächste Vorstellungen: 6. und 21. Juni, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin