April 14th, 2015
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Die dunkle Seele des österreichischen Films
Christian Genzel
Woher kommt diese Vorliebe für das Hässliche und das Morbide - die sich auch außerhalb des Kinos bei Autoren wie Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek, bei Musikern wie Georg Danzer und Ludwig Hirsch oder bei Künstlern wie Gottfried Helnwein und Hermann Nitsch wiederfindet?

Nicht nur auf den ersten Blick ist das österreichische Kino ungemein düster. Egal, ob Michael Haneke einen quälenden Blick auf Gewalt und Gewaltkonsum wirft ("Funny Games"), Ulrich Seidl mit ungeschönten Bildern Prostitution und Ausbeutung thematisiert ("Import Export") oder Götz Spielmann vom langsamen Sterben eines Familienvaters erzählt ("Oktober November") – Österreichs Filmszene scheint sich mit Vorliebe mit dem Abgründigen und Dunklen in der Welt zu beschäftigen.

Selbst die Komödien triefen vor bitterschwarzem Humor: In "Muttertag", "Hinterholz 8" oder "Bad Fucking", allesamt von Harald Sicheritz, kann einem das Lachen vor lauter Boshaftigkeit schon mal im Halse stecken bleiben.Woher kommt diese Vorliebe für das Hässliche und das Morbide - die sich auch außerhalb des Kinos bei Autoren wie Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek, bei Musikern wie Georg Danzer und Ludwig Hirsch oder bei Künstlern wie Gottfried Helnwein und Hermann Nitsch wiederfindet? "Das ist sehr schwer zu sagen", findet FM4-Filmjournalist Christian Fuchs. "Da verfällt man sofort in Kultur-Klischees."