July 24th, 2016
Göttinger Tageblatt
Spaß, der Wissen schafft
Leslie Whatsack
Science Slam in der Universität
Jutta Teuwsen schnitt das ernste Thema des Abends an. Die Kunstwissenschaftlerin analysierte in ihrer Masterarbeit die Werke des Österreichers Gottfried Helnwein. Seine Kunst breche Tabus. Mit Absicht – habe er bei einem Telefonat mit ihr geäußert. Helnwein stellt Kinder bandagiert und blutend dar. Damit wolle er darauf aufmerksam machen, wie institutionalisiert, Gewalt gegen Kinder sei.

„Beim Science Slam gibt es noch weniger Regeln, als beim Poetry Slam“, kündigte Moderator Torben Schulte am Freitagabend an.Zum 15. Science Slam im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität waren fünf Kandidaten nach Göttingen angereist, um ihre wissenschaftlichen Arbeiten humorvoll vorzustellen.

Göttingen. Das zehn-Minuten-Zeitlimit sei wohl die einzige Restriktion. Es ginge um Spaß am Lernen – sagt Schulte. Und so beginnt Samir Salameh mit der Geschichte vom „schüchternen Max, der eine Freundin sucht“. Der Physiker aus dem niederländischen Delft erklärt, warum Nanopartikel auch nicht gerne alleine sind und wie man sie hindere unseren Ketchup zu verkleben.

Patricia Hess tritt mit ihrer „Wurst im Pelz“ an. Die Bio-Lehrerin schrieb ihr Staatsexamen über Graumulle, pelzige Verwandte der Nacktmulle. Sie erklärt, was eine Art und was Hybride sind. Hybrid-Effekte, die entstehen, wenn sich zwei paarungsfähige Arten kreuzen, lassen den Liger – die Eltern sind Löwe und Tiger – zu einem „fetten Klops“ und ein Maultier, eine Kreuzung zwischen Pferd und Esel, besonders widerstandsfähig werden. Sie untersuchte nun wie sich solche Effekte auf die Mulle auswirken. Ihr Ergebnis unzähliger Datenerhebungen: anscheinend gar nicht.

Jutta Teuwsen schnitt das ernste Thema des Abends an. Die Kunstwissenschaftlerin analysierte in ihrer Masterarbeit die Werke des Österreichers Gottfried Helnwein. Seine Kunst breche Tabus. Mit Absicht – habe er bei einem Telefonat mit ihr geäußert. Helnwein stellt Kinder bandagiert und blutend dar. Damit wolle er darauf aufmerksam machen, wie institutionalisiert, Gewalt gegen Kinder sei. Eines seiner wichtigsten Werke ist das an einen nationalsozialistischen Slogan angelehnte „Lebensunwerte Leben“. Teuwsen entschuldigt sich für die „verstörenden Bilder“ aber hoffe gezeigt zu haben, dass Kunstwissenschaft wichtig sei.