September 24th, 2016
Heute
Madame Tussauds Wachsfigur für Gottfried Helnwein
Er hat Andy Warhol, Muhammad Ali und John F. Kennedy porträtiert. Seine Bühnenbilder bereichern Theater und Opernhäuser. Bei Madame Tussauds Wien gesellt sich der Ausnahmekünstler Gottfried Helnwein (67) nun als Wachsfigur (natürlich mit seinem Markenzeichen, dem Totenkopf-Stirnband) zu Gustav Klimt und Sigmund Freud.

Zur Enthüllung am Dienstagabend reiste Helnwein extra aus seiner Wahlheimat Irland in seinen Geburtsort Wien, um der Laudatio von Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder zu lauschen.

Albertina Museum director Klaus Schröder and Gottfried Helnwein at the unveiling of Helnwein's counterpart in Wax at Madame Tussauds in Wien
photo: Madame Tussauds
Gottfried Helnwein and his counterpart in Wax at Madame Tussauds in Vienna
photo: Martin Andorfer

“Die meisten Großen der Kunstgeschichte sind gesichtslos geblieben”, meinte Schröder. Dass Helnwein als einer der Wenigen erkannt werde, liege an seinem Habitus, der “Ausdruck einer ästhetischen Haltung” sei. “Er ist der Meister des Schreckens, der Furcht, der Angst” und “einer der größten Künstler unserer Zeit”, lobte er weiter.Helnwein zupfte kurz am Kopf seines Doppelgängers herum und meinte dann: “Es ist befremdlich, aber was ich loben muss, ist, dass sie mich zwischen Sigmund Freud und Einstein gestellt haben.” Dass die fröhliche Umgebung des Wachsfigurenkabinetts in Kontrast zu seinem eigenen Werk steht, stört ihn nicht. “Für mich war die Kunst immer auch eine Möglichkeit, sich zu wehren, zurückzuschlagen auf das, was einem zugemutet wird durch die Umwelt.”“Mit Gottfried Helnwein haben wir einen lebenden Superstar der Kunst für unsere Sammlung gewinnen können”, freute sich Arabella Kruschinski, Geschäftsführerin von Madame Tussauds Wien. Die Figur sei “so authentisch wie keine andere”, weil sie neben einem originalen Tisch aus dem Atelier des Künstlers steht. Auch die Farbspritzer an der Wand hat Helnwein eigenhändig beigesteuert, einzig die zwei ausgestellten Bilder sind Reproduktionen.Das Wachsfigurenkabinett geht ursprünglich auf die Arbeit von Marie Tussaud zurück, die im Zuge der Französischen Revolution Totenmasken von prominenten Hingerichteten modellierte. Später emigrierte sie nach Großbritannien und gründete eine permanente Ausstellung in London. Mittlerweile gibt es weltweite Dependancen.

Albertina Museum director Klaus Schröder and Gottfried Helnwein at the unveiling of Helnwein's counterpart in Wax at Madame Tussauds in Wien