"Die Theatralik des Einspruchs", Klaus Albrecht Schröder, Direktor of the Albertina Museum, Wien. Essay for the catalogue of the Helnwein Retrospective 2013.
Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, Wien
Gottfried Helnweins Kunst ist zutiefst in der Gegenwart verankert. Seine Malerei hat unsere Zeit zum Gegenstand: die Nachtseiten unserer Zeit, Gewalt, Grausamkeit, Krieg, Unterdrückung. Helnweins eigene Aktionen „Hallo Dulder“ und „Allzeit bereit“ aus den mittleren 1970er-Jahren sind wahrscheinlich die letzten Abkömmlinge von dem, was man als „das Österreichische“ in Helnweins Kunst bezeichnen könnte. Danach ist Helnwein eher ein deutscher Maler, dessen Bilder man neben Gerhard Richters gebrochenem Fotorealismus sehen möchte, um ihren internationalen Stellenwert angemessen zu bestimmen... Die gesamte Kunst Helnweins ist eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit: aus dem Geist des Einspruchs. Das definiert ihre Schärfe. Das macht ihre Bedeutung und Größe aus.