July 26th, 1999
Bayrischer Rundfunk
Iris Berben spielt Frieda Helnwein
(Iris Berben besitzt das erste Bild, das Gottfried Helnwein gemalt hat: Osterwetter, 1969)

IRIS BERBEN - GASTSTAR IM "GLOCKENBACHGEHEIMNIS"

TATORT - Das GlockenbachgeheimnisSendetermin - Sonntag, 3. Oktober 1999, 20.15 Uhr, vom BR im Ersten26.07.1999- Die Schauspielerin am TATORT im Gespräch -

Wie kam es dazu, daß Sie im BR-TATORT die Frieda Helnwein spielen?IRIS BERBEN: Eigentlich bin ich ja gar nicht so scharf auf Krimis, weil ich mit meiner eigenen Kommissarin "Rosa Roth" genug zu tun habe. Aber beim TATORT "Das Glockenbachgeheimnis" hat mir das Drehbuch von Friedrich Ani so gut gefallen. Ich war davon begeistert, daß hier ein Münchner Stadtviertel mit seinen sehr eigenwilligen Einwohnern im Mittelpunkt steht.Es ist eine Hommage an das Glockenbachviertel, einen der wenigen Münchner Stadtteile, der sich noch eine starke Authentizität bewahrt hat. Denn - ich hoffe, man ist mir jetzt nicht böse - aber München ist nicht unbedingt eine durch und durch schöne Stadt. Sie hat einen hübschen Stadtkern und noch einige Viertel, die ihre Eigenheiten erhalten haben, darunter Haidhausen, Giesing, einige Ecken in Schwabing und eben vor allem das Glockenbachviertel. Sonst ist in München alles sehr verwaschen, was den Stil und die Menschen betrifft.Ich habe die Rolle der Frieda Helnwein aber vor allem auch deshalb begeistert angenommen, weil sie eine dieser sehr eigenwilligen Persönlichkeiten in diesem Glockenbachviertel ist. Frieda ist eine toughe, starke und moderne Frau einerseits, aber andererseits auf ihre Weise altmodisch - fast ein bißchen schrullig - und dabei eben sehr eigensinnig.

In der Rolle der Frieda Helnwein sind Sie Caféhausbesitzerin. Gibt es da Parallelen zum Privatleben?IRIS BERBEN: Ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen, weil ich selbst Cafés habe. Aber daran habe ich nicht gedacht und das hat damit auch gar nix zu tun. Die Frieda Helnwein ist auf ihre Weise eine - wie gesagt - altmodische Frau, die sehr an Traditionen hängt, die sich in die Küche stellt und selbst Spezialitäten bäckt. Unsere Cafés sind ja doch eher sehr modern. Das kann man wirklich nicht vergleichen.