Mit Engeln zu kommunizieren ist wichtig", sagt sie. "Ich glaube an diese himmlischen Wesen." Und so ernsthaft, wie sie es sagt, mag man darüber auch gar nicht spotten. In diesen weihnachtlichen Tagen ohnehin nicht. Außerdem ist sie ja quasi vom Fach. Viele Kinder auf der ganzen Welt halten Ute-Henrietta Ohoven, Sonderbotschafterin der UNESCO, selbst für einen Engel. Weil sie so blond ist. Vor allem aber, weil sie das tut, was man sich von einem Engel erhofft: Sie bringt Schutz und Fürsorge. Oder jedenfalls das Geld dafür. Bald 50 Millionen Mark hat Ohoven in den vergangenen neun Jahren für Kinder in Not gesammelt.Den uneingeschränkten Beifall der Mitmenschen hat es ihr trotzdem nicht eingebracht: Ihre Charity-Aktivitäten dienten doch nur ihrer Publicity. Oder der Eitelkeit. Oder dem Geschäft ihres Mannes, des Investmentbankers Mario Ohoven. Und überhaupt: Wer sich im Chanel-Kostüm zwischen armen schwarzen Kindern in Afrika fotografieren lasse, der sei doch gar nicht erst ernst zu nehmen.Dabei gibt es gar kein Foto von Ute Ohoven im Chanel-Kostüm zwischen schwarzen afrikanischen Kindern. Es gibt zwar Fotos von Ute Ohoven im kleinen Schwarzen in Afrika. Aber nicht aus den Slums, sondern während offizieller Empfänge bei Botschaftern, Ministern und Staatspräsidenten. Schließlich ist Ute Ohoven Repräsentantin der UN und zudem Generalhonorarkonsulin des Senegal.Zu Ersterem ist sie als einzige Frau weltweit 1994 allein wegen ihres Einsatzes für Not leidende Kinder ernannt worden. In dieser Eigenschaft verantwortet sie die Aktion "UNESCO Bildung für Kinder in Not", die in 80 verschiedenen Staaten 180 Projekte zur Schul- und Berufsausbildung gegründet hat.
