1992/10/16
Süddeutsche Zeitung
Gottfried Helnwein spricht mit Carl Barks
"Mit Donald war es wirklich Lustig."
Der 91-jährige Zeichner Carl Barks über sein Leben mit der berühmtesten Ente der Welt.
2006/08/10
Dansk Magazine
Gottfried Helnwein
Interview
If you are an artist and you have had the bad luck to be born into this world - what you first realize when you open your eyes is the horrifying signature looks of mediocrity.
Andy invited me to the factory in New York 1983 and after the usual compliments how he loved my work and so on, he asked me to follow him into an empty room where we sat down opposite to each other and he just froze and he didn't say anything and he didn't move. We sat in silence for some time and I didn't know what to do - at first it was strange and it felt kind of awkward, but then slowly everything started to transcend and the tension dissipated and nothing seemed important anymore. Andy looked like a wax-dummy in the posture of a pharaoh that had been dead since thousands of years - the room around us became darker and darker and the white of Andy's face and hair got a glow so intense that it started to burn my eyes. I realized that we were floating now somewhere in outer space and nothing mattered anymore and I raised my Nikon and shot.
2006/03/12
ORF
Gespräch mit Gottfried Helnwein
Claudia Stöckl
Claudia Stöckl in "Frühstück bei mir"
Wien - Mit seinem Selbstporträt mit einbandagierten Kopf und Gabeln in den Augen und Bildern von misshandelten Kindern sorgte er schon in den 70er Jahren für handfeste Skandale: jetzt präsentiert Gottfried Helnwein im Linzer Lentos Museum seine erste Museumsausstellung in Österreich seit dem Jahr 1985. Am Sonntag, 12. März 2006, erzählt der Künstler über sein Leben zwischen seinem Atelier in Downtown Los Angeles und seinem Schloss in Irland
2006/03/07
Oberösterreichische Rundschau
Die bildende Kunst ist ein einsames Geschäft
Herbert Schorn
Interview
Face it" - Gottfried Helnwein im Gespräch
"In der Renaissancezeit waren Maler die Superstars, Musikanten und Schauspieler wurden damals der Kategorie Gaukler/Akrobaten zugerechnet, waren also eher am unteren Ende der Gesellschaft angesiedelt. Heute ist es ganau umgekehrt, (Film-)Schauspieler und Musiker sind die Stars, Bildende Künstler spielen dagegen keine grosse Rolle mehr und gehören eher der Freak-Abteilung an.
Ich glaube, dass bedeutende Kunst immer auch den Zustand der jeweiligen Gesellschaft reflektieren und auf die Probleme der Zeit (kritisch) reagieren sollte. - Wo sind sie heute die Goyas, die die "Greuel des Krieges" darstellen? Die zeitgenössische Kunstszene ergeht sich derzeit vor allem in schwachsinnigen neo-dadaistischen Gags und Insider-Jokes. Und obwohl die Scheisse der amerikanischen Entertainment-Industrie langsam alles Künstlerische unter sich begräbt, gibt es in den Bereichen Film, Comics und Rockmusik doch noch vereinzelte Rebellen, die Kunst und Ästhetik als Waffe verstehen und auch so einsetzen".
2006/03/07
News
Wir leben in der Endzeit
Heinz Sichrovsky
Interview
Gottfried Helnwein. Der österreichische Kunst-Weltstar, der in Irland und in L.A. lebt, zeigt in Linz seine bildnerische Lebensbilanz: "Face it" - Schockierendes von den siebziger Jahren bis heute.
"Das Erschreckende an der gegenwärtigen Kunstszene ist, dass sie komplett von den Ereignissen in der Welt losgelöst ist. Wenn man sich die gefeierten Künstler heute ansieht, so betreiben die meisten Nabelschau. Sie persiflieren andere Kunstwerke, der Insider-Gag dominiert. Wir leben in einer Endzeit, in der alles zusammenbricht, aber die Kunst reagiert nicht, - sie ist autistisch und isoliert. Das halte ich für katastrophal."
2006/02/25
Profil
Interview: „Jeder große Künstler ist ein Menschenfreund“
Interview: Herbert Lackner
Die Maler Gottfried Helnwein und Manfred Deix über den Karikaturenstreit, Meinungsfreiheit und das Urteil im Irving-Prozess.
Helnwein: "Fest steht, dass im Moment große Verwirrung herrscht. In den siebziger Jahren war die Welt noch in Ordnung: Da hat man gewusst, es gibt die Linken, die Fortschrittlichen, es gibt die, die für eine multikulturelle Gesellschaft sind, und die, die gegen Ausländer sind. Und man hat gewusst: Das andere Lager, das sind die Rechten, die Spießer, die „Nazis“. Das ist jetzt vorbei. Im Moment bricht alles zusammen, die Glaubenssysteme, die Werte, die Grenzen – alles verändert sich. Wenn man sich zum Beispiel in Deutschland die Generation der sechziger Jahre anschaut, Leute wie Schily, Fischer und Mahler, die am extrem linken Rand angesiedelt waren – die der RAF nahestanden, die das System zerstören und durch ein neomarxistisches ersetzen wollte. Sie haben den sogenannte "Marsch durch die Institutionen"angetreten: ganz links unten sind sie hinein marschiert und ganz recht oben sind sie wieder herausgekommen."
2006/02/01
Interview
Dita Von Teese
Stefano Pilati
the creative director for Yves Saint Laurent
with the wink of kitsch, the tease of sex, a 4-foot martini glass, and ambition to spare, she has become the 21st-century ambassador of burlesque—and an oh-so fashionable Mrs. Marilyn Manson to boot
DVT: I'm in London. Manson and I got married last weekend in Ireland. Our friend, the artist Gottfried Helnwein, has a castle there, which is where we had the wedding.
SP: [laughs] Did you have fun? Was it great?
DVT: I had the time of my life. I think we both did.
SP: What did you wear?
DVT: I wore a giant purple silk-and-grosgrain taffeta dress by Vivienne Westwood and a Mr. Pearl corset. I also wore a little tricorn hat from Stephen Jones. I didn't want a white wedding or a Gothic wedding. It was somewhere in between-just beautiful, rich colors everywhere.
2005/11/24
Kurier
"Schockieren war nie eine Absicht"
Tobias C. Führer
Interview
"Ich wollte im Gegensatz zu allen Kollegen, die ich kenne, nie Künstler werden", erzählt Gottfried Helnwein. Eine Auswahl seiner Werke ist ab März in Linz zu sehen.
"Meine Arbeit war eigentlich immer ein Versuch mit dem, was auf mich einwirkt, zurecht zu kommen oder zu darauf zu reagieren und manchmal auch sich zu wehren oder zurückzuschlagen. Ich wollte einfach alles erleben und ausprobieren und habe mir auch eine große Reihe von Feinden gemacht. Ich habe nie in dem Sinn karrierestrategisch gedacht. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Medien sehr eklektizistisch. Ich glaube, das ist die einzige Form, in der man als Künstler heutzutage mit so viel Information umgehen kann. Ich mache Fotografie, Malerei, Bühnenbilder, Videos. Jetzt arbeite ich mit Sean Penn an einem Filmprojekt. Diese Grenzüberschreitung ist für mich immer ganz wichtig gewesen. Für mich gibt es diese Barriere zwischen verschiedenen Medien oder Stilen nicht so sehr".
2005/08/09
Sonic Seducer
Be obscene? oder Gebt den Kindern das Kommando!
Thomas Clausen
Gottfried Helnwein – der Covermacher
Gottfried Helnwein weiß nur zu gut um seine mediale Unbequemlichkeit: Seit gut 35 Jahren sorgt der zwischen seinen Ateliers in Irland und Los Angeles pendelnde, österreichische Avantgarde-Künstler nun schon mit umstrittenen Werken und Installationen für erhitzte Gemüter in der intellektuellen Twilight Zone zwischen Feuilleton, Gesellschaft und Politik. Nur wenige Tage nach Michael Jacksons medienwirksamen Kindesmissbrauchsfreispruch wurde kürzlich in Oberhausen die Ausstellung „Beautiful Children“ eröffnet, die - ganz Helnwein-like - einen polarisierenden und aufrüttelnden Blick ins allzu oft Tabuisierte, ins gerne Verschwiegene, Ungeheuerliche offenbart: Das Kind – verletzt, misshandelt, tot.
„Für mich ist die Kunst eine Waffe, mit der ich zurückschlagen kann. Wie mir die Welt von den Medien präsentiert wird, empfinde ich als Zumutung. Ich bin immer auf der Seite der Kinder. Kinder sind die Helden meiner Bilder und Geschichten. Kinder werden sehr oft missbraucht, nicht immer sexuell sondern in den verschiedensten Formen, einfach weil es so leicht möglich ist. Kinder haben in meinen Augen eine unglaubliche Kreativität, bevor sie dann durch ein Erziehungssystem gebrochen werden.“
2005/06/01
GESPRÄCH MIT GOTTFRIED HELNWEIN
Marc Kayser
Sie haben gesagt, Sie wären gerne Revolutionsführer geworden. Warum Revolutionsführer?
Helnwein: Eigentlich von Kindheit an. Das waren meine Tagträume in der Schule, ich saß immer da und kam mir so fremd und isoliert vor, so völlig ohne Bezug zu dem ganzen Geschehen. Ich dachte immer ich bin im falschen Film,- da gehöre ich gar nicht hin. Dann hab ich mir immer ausgemalt, wie ich eine Revolution im ganzen Land starten, und wie die Schule brennen würde. Damals wusste ich noch nichts von Che Guevara, das war wirklich eine eine kindliche Phantasie ohne Realitätsanspruch. Maler wollte ich auf jeden Fall nie werden, die Vorstellung mit einer Baskenmütze und Rauschebart vor einer Staffelei zu stehen und abstrakte Ölbilder zu malen schien eine wahrlich grauenhafte Existenz zu sein.