
William S. Burroughs, der Musiker von den Beatles über Kurt Cobain bis hin zu Sonic Youth und Patti Smith beeinflusste, gehörte neben Jack Kerouac und Allan Ginsberg zu den Gründervätern der Beat Generation. Weltberühmt wurde er durch den Roman „Naked Lunch“. Darin verarbeitete er seine Drogenerfahrungen und den Tod seiner Freundin, die er 1951 versehentlich erschossen hatte, als er im Alkoholrausch die Apfelszene des „Wilhelm Tell“ nachstellte. Erstmals wandte Burroughs in „Naked Lunch“ die so genannte „Cut-up“-Methode an: eine von ihm und Brian Gysin entwickelte Montage-Technik, bei der Texte oder Filmstücke zerschnitten und nach dem Zufallsprinzip neu zusammengesetzt werden. Noch bis zum 12. Dezember 2004 widmet das Kölner Kunsthaus Rhenania dem „Klassiker des hellsichtigen Drogenwahnsinns“ (F.A.Z.), der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre, eine Ausstellung.
Kunsthaus RhenaniaBayenstr. 28Köln, RheinauhafenÖffnungszeiten:Mi.-Fr. 16 - 21 Uhr,Sa. und So. 14 - 19 Uhr
Norman Mailer nannte William S. Burroughs einmal den „einzigen wirklich genialen amerikanischen Schreiber“. Doch sein Werk beschränkt sich nicht nur auf Literatur. Es umfasst Film, Radioexperimente, Musik und darstellende Kunst gleichermaßen. Entsprechend dokumentiert die Schau sein Schaffen in Schrift, Ton und Bild. Im Mittelpunkt stehen 100 großformatige Fotografien von Robert Mapplethorpe, Gottfried Helnwein, Allen Ginsberg, Gerard Malanga, Marcia Resnick und anderen. Darüber hinaus werden historisch-dokumentarische Exponate wie Erstausgaben und Zeitschriften, Film- und Tondokumenten sowie künstlerische Arbeiten gezeigt, die sich auf Burroughs beziehen, unter anderem von Ferdinand Kriwet, Brian Gysin und Ian Sommerville, Tilman Peschel sowie Andre Robillard.
William S. Burroughs, Jahrgang 1914, stammte aus einer der wohlhabendsten Familien Amerikas. Von 1932 bis 1936 studierte er an der Eliteuniversität Harvard englische Literatur. Ende 1943 lernte er in New York Allen Ginsberg und Jack Kerouac kennen. Ein Jahr später wurde William Burroughs heroinsüchtig, sechs Jahre später gelang es ihm, sich von der Sucht zu befreien. 1953 erschien sein autobiografischer Bericht „Junkie“. Es folgten zahlreiche weitere Bücher, darunter „Naked Lunch“ (1959), „Soft Maschine“ (1961) und „Nova Express“ (1964). Burroughs lebte zwischenzeitlich in Paris und London. In den 1970er Jahren kehrte er nach New York zurück und avancierte zu einer Ikone der Pop-Kultur. Er arbeitete mit Laurie Anderson zusammen und trat in Filmen wie Gus Van Sants „Drugstore Cowboy“ auf. 1990 entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Regisseur Robert Wilson und dem Musiker Tom Waits das Theaterstück „The Black Rider“. Anfang August 1997 starb William S. Burroughs in seinem Haus in Lawrence, Kansas.

William S. Burroughs: Junkie.Bekenntnisse eines unbekehrten Rauschgiftsüchtigenrororo Taschenbücher Nr. 22589ISBN: 3-499-22589-1, Preis: 7,90 EuroWilliam S. Burroughs: Naked LunchRomanrororo Taschenbücher Nr. 22588ISBN: 3-499-22588-3, Preis: 8,90 EuroWilliam S. Burroughs: Nova ExpressRomanrororo Taschenbücher Nr. 22590ISBN: 3-499-22590-5, Preis: 6,50 EuroWilliam S. Burroughs: Die vier apokalyptischen Reiter.The Four Horsemen of the ApocalypseDeutsch-EnglischSans SoleilISBN: 3-88030-027-5, Preis: 10 EuroZurück zur Sendung