January 1st, 1996
Collectors and founders of many museums, Peter and Irene Ludwig, pay several visits to Helnwein's studio at Schloss Burgbrohl
They acquire over 100 works of art from Helnwein, amogst them "Head of a Child" (Kindskopf), "48 Portraits and Dresden, and comission Helnwein to paint their portraits for the State Russian Museum St. Petersburg.
Kindskopf (Head of a Child) at the State Russian Museum, St. Petersburg
preparation for the Helnwein-Retrospective at the State Russian Museum St. Petersburg

EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG

10. Oktober 1996Kölner Stadt AnzeigerLothar Deeg

"Anna aus, ich glaube, Kiel", war die unübersehbare Hauptfigur bei der Eröffnung der Ausstellung des österreichischen Malers Gottfried Helnwein im Russischen Museum in Sankt Petersburg.
Wenn Kunst aus dem Westen den Weg nach Russland findet - um dort zu bleiben -, stehen zwei den Petersburgern inzwischen wohlbekannte Namen dahinter: — Irene und Peter Ludwig, die dem Russischen Museum wieder eine Schenkung gemacht haben.
Collectors Peter and Irene Ludwig
State Russian Museum St. Petersburg
Collectors Peter and Irene Ludwig and Helnwein
Collector Peter Ludwig with "Faces" Photographs
Studio Helnwein, Burg Brohl Germany

MUSEUM LUDWIG IM RUSSISCHEM MUSEUM

1998Staatliches Russiches Museum, Sankt PetersburgPalace EditionEvgenija PetrovaKurator, Staatliches Russiches Museum, Sankt Petersburg

Die Ludwig Schenkung
"Kindskopf", 1991, Öl und Acryl auf Leinwand, 650x403.5 — Seite 278
The State Russian Museum St. Petersburg
Curator Josef Kiblitsky and collectors Irene and Peter Ludwig entering the museum for the opening of the Helnwein retrospective
Helnwein Exhibition in the Russian Museum
1996
Astrid Legge, Astrid Maria, Petra s.Versteegh, Pia vom Dorp — PETER UND IRENE LUDWIG SCHENKEN CHINA KUNSTWERKE
catalogue

GOTTFRIED HELNWEIN, Österreich

Seite 102, 103, ( Abb. 27)

"Dresden"Von oben fällt der Blick des Betrachters auf die Ruinen Dresdens. Einzelne stehengebliebene Fassaden ragen düster mit leeren Fensteröffnungen in die Höhe. Am rechten Bildrand ist eine Gestalt zu sehen, die fassungslos auf das grauenhafte Bild zu schauen scheint und die linke Hand hilflos nach vorne streckt. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich die Figur als steinerner Engel an einer Kirche. So erklärt sich der hohe Betrachterstandpunkt als Dach einer im ehemaligen Stadtzentrum befindlichen Kirche.Das Bild zeigt die verheerende Verwüstung der Stadt Dresden nach dem lezten Bombenangriff in Zweiten Weltkrieg, bei dem 100 000 Menschen um ihr Leben gekommen sind. Es geht zurück auf ein berühmtes Original-Foto, das von dem deutschen Fotografen Richard Peter 1945 aufgenommen wurde.Helnwein setzt diese Vorlage in einer besonders wirkungsvollen Weise um. Nähert man sich dem Bild von Weitem, ist man von dem tiefen, distanzierenden Blau der Ansicht überrascht, die die kalte Stimmung der zerstörten Stadt noch hervorhebt. Nähert man sich dann dem Bild, um Einzelheiten genauer wahr-nemen zu können, löst sich das ursprünglich realistische Bild in einzelne zusammenhanglose blaue Frabflecken auf. Durch diese vexierbildhafte Auflösung läßt Helnwein den Betrachter die Zerstörung mit eigenen Augen erleben.Das Bild gehört zu einer Katastrophen-Serie, die Kriegsszenen, Flugzeug-abstürze und zerstörte Städte zeigt. Helnwein hat diese Serie zunächst fotografisch umgesetzt und sich erst später auch malerisch diesem Thema genähert. Die Serie ist ein Mahnmal für alle Arten von Zerstörung durch menschliches tun.