Seine hyperrealistischen Bilder mit verletzten, bandagierten oder in NS-Uniform dargestellten Kindern sorgten seit jeher für Debatten. Sie thematisieren Gewalt, Schmerz und Missbrauch und verstehen sich laut Helnwein als Dialog und Anklage gegen Gewalt.Seine Kritiker werfen ihm hingegen eine „Ästhetik des Schreckens“vor. Helnwein arbeitete mit Größen wie Andy Warhol, Lou Reed oder Carl Barks zusammen, entwarf Cover für den Spiegel, das Rolling Stone Magazine und das Time Magazine. Und er sorgte in Malerei, Fotografie, Performance, Film, Theater und Oper für Aufsehen.
„Irritation, Betroffenheit“Nicht zuletzt deshalb bezeichnete ihn Mikl-Leitner als eines der letzten „Universalgenies unserer Zeit“: mit seinen Arbeiten habe er „neue Maßstäbe gesetzt“. Helnweins Werke seien zum Teil „verstörend und unbequem“. Einerseits würden sie „Bewunderung“auslösen, andererseits „Irritation und Betroffenheit“, so Niederösterreichs Landeshauptfrau.„Gerade jetzt brauchen wir eine Kunst, die uns aufrüttelt und berührt und die der Welt den Spiegel vorhält“, verwies Johanna Mikl-Leitnerauf „die aus den Fugen geratene Zeit“.Und die Beziehung Helnweins zu Niederösterreich? Geboren im Wien der Nachkriegszeit, verbrachte er als Kind viel Zeit bei seinen Großeltern in Kautzendorf bei Staatz im Weinviertel. In späteren Zeiten beschrieb er das Nachkriegswien als „Hölle“und die Stille und Weite am Land in Niederösterreich oft als „Himmel“.Auch seine engsten Jugendfreunde kamen aus Niederösterreich: Joschi Bramer, Manfred Deix und Bernhard Paul. Durch seine frühere emotionale Verbindung zu Niederösterreich verlor er nie die Bindung und kehrt immer wieder zurück. So wird anlässlich seines 80.Geburtstages in zwei Jahren in der Landesgalerie in Krems eine Personale zu sehen sein.Noch niemand zuvor habe ihm einen Preis oder eine Auszeichnung angeboten, und diese Freiheit und Unabhängigkeit hätte er sich eigentlich bewahren wollen, meinte der Geehrte bei der Feier im Landhaus. Und: „Jetzt haben Sie mir einen Strich durch die Rechnung gemacht – ich bedanke mich trotzdem sehr.“Noch eine kleine Anmerkung zu der Ehrung: In Wien hätte es ein Helnwein-Museum geben sollen. Das Projekt soll aber am Widerstand von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) gescheitert sein. In NÖ wurde er jetzt ausgezeichnet.