WIE EIN THRILLER...
Suedwest-Presseust03. March 1988
Er entwickelt seine Handschrift aus zu Bild geronnenen Katastrophen und Gewalttaten, er inszeniert Entsetzen, er betreibt Selbstdarstellung bis ins Absurde. Selbstbildnisse sind charakteristisch für das Werk des aus der Wiener Schule Rudolf Hausners stammenden Künstlers. Mit seinen Auto-Porträts agiert er um ein Paradox. Man sieht das Gesicht des Künstlers nicht, doch man erkennt es an seiner Vorhüllung. Bandagierte Köpfe, bezwungen und gehalten von einem Arsenal chirurgischer Instrumente, die hier allerdings an Folter und nicht an Medizin denken lassen. Helnwein spielt dabei mit den Bild-medien. Er färbt seinen Kopf blutrot und fotografiert dieses "Gemälde", dann wieder projiziert er ein Foto auf eine Wand und mischt sich als Außenstehender in die fotografierte Szenerie ein. So geschehen etwa in einer Serie von Vietnamkriegsbildern, die ebenfalls im d.a.i. gezeigt wird - "Tanz der Affen".