Rekord für Gottfried Helnwein: Star-Künstler lockte 300.000 Menschen in die Wiener Albertina
15.04.2024
exxpress
Rekord für Gottfried Helnwein: Star-Künstler lockte 300.000 Menschen in die Wiener Albertina
Redaktion
Österreichs Star-Künstler Gottfried Helnwein provoziert gerne – und wie man sieht, mit Erfolg: Zu seiner Ausstellung „Realität und Fiktion“ in der Wiener Albertina kamen 300.000 Besucher. Sie war damit die erfolgreichste Ausstellung eines lebenden Künstlers in der Geschichte der Albertina.

Der lange Schatten
17.06.2024
Max
Der lange Schatten
Peter Leiwandowski und Rüdiger Quass von Deyen
Fotos: Sascha Montag
Seine Werke sind eine kraftvolle Mischung aus Provokation und Tiefe, die sowohl verstören als auch bewegen und niemanden unberührt lassen. Jedes Bild ein drastisches Manifest, ein empörter Wutschrei gegen Gewalt, Warnung vor dern braunen Schatten der Vergangenheit. Trivial, politisch, aufrüttelnd, hyperrealistisch. Im Interview spricht Gottfried Helnwein über kreative Prozesse und die Bedeutung seiner Kunst im Kontext aktueller Herausforderungen.

»Ich kann mich in kein System einfügen«
14.11.2013
Süddeutsche Zeitung Magazin
»Ich kann mich in kein System einfügen«
Sven Michaelsen
Interview mit Gottfried Helnwein
Als Kind zerschnitt sich der Wiener Maler Gottfried Helnwein die Hände mit Rasierklingen. Durch Donald Duck entdeckte er die Kunst. Heute sind seine Horrorvisionen längst Kunstgeschichte. Ein Gespräch über die Abgründe eines ungewöhnlichen Lebens.

Der Schocker von Wien
12.03.1982
Zeitmagazin
Der Schocker von Wien
Peter Sager
Sie sind doch kein Sadist, Herr Helnwein, fragen Leute schockiert, wenn sie die weitverbreiteten Bilder des Wiener Künstlers sehen, etwa hier sein Selbstbildnis: Gottfried Helnwein, Portrait eines erfolgreichen Malers. (Seite 30)
Gottfried Helnwein, Sohn eines Postbeamten, Ministrant, Klosterschüler, Meisterschüler Rudolf Hausners: Warum malt einer so? Warum malträtiert er sich so in seinem Selbstportrait (siehe Titelblatt): den Kopf bandagiert, Wundhaken in die Augen gebohrt, den Mund weit aufgerissen zu einem wahmnsinnigen Schrei? Ein Schrei des Schmerzes und des Schocks, der Angst, des Entsetzens, der Aufschrei eines Gequälten und Geblendeten. Es ist das Echo jener Schreie überall auf der Welt, die weit schrecklicher sind als dieser Schrei der Kunst. "Einer erstellt die summe seiner beobachtungen in dieser welt der patzer und dämonen", schreibt H.C.Artmann über Helnwein, "er vernimmt die schreie aus den gekachelten schreckträumen einer satten gesellschaft..."

Gottfried Helnwein und Paul McCarthy - Kunstprojekt Solo In Madrid
02.04.2026
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gottfried Helnwein und Paul McCarthy - Kunstprojekt Solo In Madrid
Hans-Christian Rößler
Solo für zwei Sammler
Zwei Kunstsammler beleben mit SOLO Contemporary die spanische Szene. Inzwischen gibt es mehrere Orte in Madrid, an denen sie ihre Kollektion ausstellen. Derzeit zu sehen: Gottfried Helnwein und Paul McCarthy.

26.06.2018
Der Spiegel
Gottfried Helnwein - Der Hingucker
Hasnain Kazim
Ein Mädchen mit Maschinenpistole im Anschlag, gerichtet auf den Betrachter - ein riesiges Kunstwerk sorgt in Wien für Aufmerksamkeit. Der Maler ist der weltberühmte umstrittene Künstler Gottfried Helnwein. Eine Begegnung.

Ich habe kein Talent zur Unterwerfung
11.10.2023
NEWS
Ich habe kein Talent zur Unterwerfung
Susanne Zobl
Interview mit Österreichs Malerfürst Gottfried Helnwein. Über Biden und als Katastrophe und die zu Tode gecancelte Kunst.

Gottfried Helnwein: "Sehen, wo Menschen nicht mehr sehen"
17.06.2018
Kurier
Gottfried Helnwein: "Sehen, wo Menschen nicht mehr sehen"
Michael Huber
Der Künstler erklärt, warum er seine Verhüllung des Ringturms als Maßnahme gegen geistige Blindheit begreift.
Ich glaube, dass Verdrängungsmechanismen eine Schutzmaßnahme sind, weil die Menschen sonst zerbrechen würden, wenn sie sehen müssten, was sie in der Welt um sie herum alles anrichten. Man nimmt dann aber mit der Zeit immer weniger wahr, bis die Wahrnehmung so selektiv wird, dass man nur mehr sieht, was man sehen will, und schließlich ganz aufhört zu sehen. So konnte man zum Beispiel entspannt durch die Straßen gehen, ohne all die Menschen sehen zu müssen, die einen gelben Stern auf der Brust getragen haben. Ich habe immer wieder mit Menschen meiner Elterngeneration diskutiert und nie jemanden getroffen, dem aufgefallen wäre, dass das Leben ihrer jüdischen Mitbürger vor ihren Augen ausgelöscht wurde.

Heimkehr eines Weltstars
13.01.2023
NEWS
Heimkehr eines Weltstars
Heins Sichrovsky, Susanne Zobl
Interview
Ich habe überhaupt kein Talent zur Konformität. Was immer ich mache oder sage, sorgt seltsamer Weise immer wieder für Aufregung und Empörung. Politisch korrekt zu sein, wird mir wohl nie gelingen.

Gottfried Helnwein: „An der Schwelle zu einem neuen globalen Schlachtfest“
31.01.2024
Ober Österreichische Nachrichten
Gottfried Helnwein: „An der Schwelle zu einem neuen globalen Schlachtfest“
Peter Grubmüller,
Interview
Es scheint, dass die Menschheit nicht fähig ist, aus der Geschichte zu lernen, der Wahnsinn und die Vernichtungsorgie der beiden Weltkriege, die Millionen Menschen das Leben gekostet haben, waren offensichtlich noch nicht genug, denn wieder stehen wir an der Schwelle zu einem neuen globalen Schlachtfest, das möglicherweise das letzte sein könnte.

 Von der Faszination des Grauens
09.03.2006
Oberösterreichische Nachrichten
Von der Faszination des Grauens
Irene Judmayer
Konsequent und virtuos
Technische Meisterschaft und auch die Konsequenz einer packenden sozialkritischen Thematik offenbaren sich in dieser Ausstellung: Gewalt, Schmerz, Verletzung werden dargestellt. Den Körper ebenso wie die Psyche betreffend. Helnwein dokumentiert hier in Linz einen künstlerischen Reifegrad, der eine weitere Steigerung kaum vorstellbar macht. Seine Eingriffe sind von einer schmerzhaften Unmittelbarkeit, deren emotionale Energie weit über die großen Bildformate hinaus den Raum und sein Publikum ergreift.

Systemsprenger
13.01.2026
032c
Systemsprenger
Sven Michaelsen
In 1972, violent protests brought Gottfried Helnwein’s first exhibition to premature end. His Depictions of bandaged and wounded children struck a nerve in postwar Vienna, and his later work earned him the title “Master of the Scandalous” from the Guardian. Over 50 years later, Helnwein lives in a castle in Ireland.

Gottfried Helnwein - in aller Schärfe
22.10.2023
Der Wiener
Gottfried Helnwein - in aller Schärfe
Franz J. Sauer
Von 25. Oktober bis 11. Februar bringt die Albertina eine große Ausstellung seiner Werke der letzten zwei Jahrzehnte, seit jeher setzt er sich in seinen Bildern mit den Themen Schmerz, Verletzung und Gewalt auseinander. Das spiegelt sich auch in Gottfried Helnweins Ansichten zu den großen Themen unseres Planeten wieder, die der in Wien geborene und in Irland und den USA lebende Künstler auch mit 75 noch in ungefilterter Schärfe artikuliert.

Gottfried Helnwein - Meine Kunst ist ein Dialog
22.03.2024
OberÖsterreicher
Gottfried Helnwein - Meine Kunst ist ein Dialog
Ulrike Wright
Interview
Zum ersten Mal in der Geschichte, sind wir an einem Punkt angekommen, wo jede Ausdrucksform, jeder Stil, jedes Medium erlaubt ist. Natürlich entsteht dabei auch viel Blödsinn, weil wirklich alles als Kunst bezeichnet werden kann. Das tut aber nicht weh, man muss ja nicht hinschauen. Beruhigend ist aber, dass es, wie immer, durch die ganze Geschichte der Kunst, eine kleine Zahl von authentischen, relevanten, und wichtigen Künstlern und Künstlerinnen gibt, und erstaunlicher Weise sogar ein paar Genies.

Helnwein: "Kinder, die Massenmorde an Kindern begehen, das ist ein neues Phänomen"
14.06.2018
Die Presse
Helnwein: "Kinder, die Massenmorde an Kindern begehen, das ist ein neues Phänomen"
Almuth Spiegler
Gottfried Helnwein will mit seiner Ringturmverhüllung „die Menschen zwingen, zu sehen“: vor allem die Glorifizierung des Tötens.
Diesen Sommer also kein sorgenloser „Weitblick“ vom Ringturm der Wiener Städtischen wie voriges Jahr das Bergbild von Mihael Milunović hieß. Kein Riesen-Swimmingpool (Tanja Deman, 2015), kein luftiges Agnes-Schleierbild (Arnulf Rainer, 2014). Sondern erstmals Provokation auf Wiens größter Fläche für Kunst im öffentlichen Raum. Gottfried Helnwein lässt ein Mädchen mit einer Maschinenpistole auf das Treiben am Donaukanal zielen. Worauf genau? Das weiß auch Helnwein nicht, wohl auf irgendein Wohnhaus donauaufwärts. Auf der Rückseite geht währenddessen eine Stadt in Flammen auf. Ein Konversationsstück in bester künstlerischer Manier. Daran fährt keiner unberührt vorbei.

"Ich wäre längst tot gewesen"
22.03.2022
Profil
"Ich wäre längst tot gewesen"
Stefan Grissemann, Wolfgang Paterno
Wir verlieren täglich mehr von jener Freiheit, von der wir einmal annahmen, sie sei irreversibel. Das amerikanische Imperium überzieht die ganze Welt  mit einer raffinierten Propaganda, die Orwells und Huxleys dystopische Visionen verblassen lassen: Diese neue Political Correctness, die Woke-und Cancel Culture nehmen uns die Luft zum Atmen, zerstören jedes Recht auf freie Meinungsäußerung. Sie ist die raffinierteste Form der Zensur, die es jemals gegeben hat., weil sie im Mantel des Gutmenschentums daher kommt. Es ist der Terror der Pseudo-Opfer.

Helnwein: "Political Correctness nimmt uns die Luft zum Atmen"
07.01.2023
Standard
Helnwein: "Political Correctness nimmt uns die Luft zum Atmen"
Stephan Hilpold
Mit seiner Kunst provoziert Gottfried Helnwein genauso wie mit seinen Aussagen – ein Gespräch über Kunst und Verwerfungen des Krieges

Gottfried Helnwein: "Kunst muss gar nichts"
14.10.2024
Kurier
Gottfried Helnwein: "Kunst muss gar nichts"
Marlene Auer
Interview
Der Künstler spricht über die Rolle der Kunst, seine neue Sicht auf Wien, die US-Wahlen und wieso er ein Entenhausen in Irland gebaut hat. Mit dem Thema Gewalt beschäftigt sich Gottfried Helnwein in seinen Werken seit Jahrzehnten. In Zeiten von Krieg und Krisen bekommen sie für viele eine neue Bedeutung. Die einen sind von den Bildern verschreckt, die anderen fühlen sich aufgerüttelt.

Die 120 Tage von Sodom
25.05.2015
BZ
Die 120 Tage von Sodom
Dirk Krampitz
Volksbühne: Das Gruselkabinett des Horror-Künstlers
Für Kresniks „Die 120 Tage von Sodom“ schuf Gottfried Helnwein das Bühnenbild. Der B.Z. stand der Horrorkünstler Rede und Antwort.

Gottfried Helnweins Zeichen für das "Recht auf Empathie"
13.12.2022
Kurier
Gottfried Helnweins Zeichen für das "Recht auf Empathie"
Michael Huber
Am Dienstag wird ein großes Werk installiert. Ausgehend von den Ereignissen im Iran soll es aufrufen, Gewalt an Frauen und Kindern nicht zu tolerieren

„Bilder wurden immer potenziell als Gefahr betrachtet“
27.07.2024
Psychologie in Österreich, PIÖ
„Bilder wurden immer potenziell als Gefahr betrachtet“
Gerald Kral
Interview mit Gottfried Helnwein
Nach einer Reihe von wissenschaftlichen und anwendungsbezogenen Betrachtungen des Themas Kunst und Kreativität, die ja eine Sicht von außen sind, finden Sie hier nun eine sehrsubjektive Betrachtung „von innen“, von einem Künstler, der seit vielen Jahrzehnten mit seinen Werken Aufsehen erregt; in jeder Bedeutung des Wortes. Lesen Sie hier das Gespräch mit Gottfried Helnwein, von dem er selbst sagt, es sei das umfassendsteund längste Interview, das er je gegeben hat. Er spricht darin ausführlich über seine Kunst und was ihn dazu antreibt, sowie auch über seine höchstpersönlichen Ansichten über „Gott und die Welt“ und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt.

Gottfried Helnwein - Ein Besuch in Irland
22.03.2022
PARNASS
Gottfried Helnwein - Ein Besuch in Irland
Silvie Aigner und Andreas Maurer
Kunst sollte gar keine Aufgabe haben. Kunstwerken eine Aufgabe und Regeln zu verpassen oder zu diskutieren, was Kunst soll oder nicht soll, darf oder nicht darf, ist immer der falsche Ansatz. Diese Tendenz, Kunst zu regulieren, ist verständlich, da sie natürlich auch potenziell gefährlich sein kann – vor allem für jene, die nach Macht streben. Kritische Künstler sind in einer Diktatur daher auch stets die ersten Ziele von Repression. Deswegen kam man auf die Idee, Kunst als „entartet“ zu bezeichnen, deswegen werden Bilder zerstört und Bücher verbrannt.

Schauen Sie einfach nicht hin!
06.06.2018
Standard
Schauen Sie einfach nicht hin!
Stefan Weiss
Helnwein über seine Ringturm-Verhüllung
Mitte Juni soll sie fertig sein, die jährliche Verhüllung des Wiener Ringturms im Auftrag der Wiener Städtischen Versicherung. Gestaltet wird sie diesmal von Gottfried Helnwein. Der Künstler sieht sich in der Tradition von Goya und Picasso, auch sie haben die Kriege ihrer Zeit in ihrer Kunst festgehalten. Das sei eine Notwendigkeit, meint Helnwein. Wir haben ihn per E-Mail in seiner Wahlheimat Los Angeles erreicht.

Eine Tradition der Dunkelheit
26.06.2008
VANITY FAIR
Eine Tradition der Dunkelheit
Marc Fischer und Sven Michaelsen sprechen mit Gottfried Helnwein
Kunst, Interview
Gottfried Helnwein malt die Welt seit Jahren als blutende Wunde, voll Verfall und Verletzung.
Wie sah es in Arno Brekers Atelier aus? Helnwein: Überall standen Gips-Plastiken von Negern und Juden herum, die er nach dem Krieg hergestellt hatte. Eine heroisierende überlebensgroße Büste stellte einen beleibten Schwarzen in Uniform und vielen Orden dar. Ich fragte, wer das sei. „Das war der frühere Präsident der Elfenbeinküste“, antwortete er. „Der tauchte in den sechziger Jahren bei mir auf, legte seinen Arm um meine Schultern und sagte: ‚Breker, kommen Sie zu mir an die Elfenbeinküste. Ich werde Ihr zweiter Hitler sein". Breker sollte eine neue Hauptstadt entwerfen, was dieser auch sofort tat. Er zeigte mir das Gipsmodell dieses Utopia in dessen Mitte sich ein gigantischer Platz befand mit der riesigen Skulptur eines Afrikaners - mit zerrissenem Hemd und gesprengten Fesseln, der aufgewühlte Blick und die geballte Faust gen Himmel gerichtet. Auf meine Frage, was aus dem Projekt geworden sei, antwortete Breker mit leiser, resignierender Stimme "Der Präsident ist leider kurze Zeit darauf gestürzt worden" Wie reagierte Breker, als Sie ihn mit Ihrem Beuys-Porträt in der Hand fotografierten? Helnwein: Er hielt das Bild hoch und murmelte: „Das hätte sich der Beuys aber nicht träumen lassen.“

"MEIN SEHNSUCHTSORT WAR ENTENHAUSEN"
05.07.2013
Der Standard
"MEIN SEHNSUCHTSORT WAR ENTENHAUSEN"
Andrea Schurian
Gottfried Helnwein stellt in der Albertina seine Vielseitigkeit unter Beweis - Der Meister des Hyperrealismus über Kunst und amerikanische Politik
Wien - Jedes Bild ein drastisches Manifest, ein empörter Wutschrei gegen Kindesmissbrauch und Gewalt; Mitgefühl mit den Opfern, Warnung vor braunen Schatten der Vergangenheit. Bandagierte Körper und Köpfe, verklebte Münder, Blut. Dazwischen Liebe und Micky Maus und Donald Duck und Stars von Andy Warhol bis Sean Penn. Trivial, popkulturell, politisch, aufrüttelnd, hyperrealistisch, in den 1960er-Jahren das Bürgertum verschreckend; heute im Museum gelandet.

Gottfried Helnwein: Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt
24.01.2023
Wiener Zeitung
Gottfried Helnwein: Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt
Shandiz Ahi
Gottfried Helnwein stellt mit einer Plakatserie klar: "Wir dürfen die Menschen im Iran nicht im Stich lassen."
Der österreichische Künstler Gottfried Helnwein setzt mit einer eigenen Plakatserie ein Zeichen für die Bevölkerung im Iran und gegen "Gewalt an Frauen". Nach dem Auftakt am Stephansdom hängt nun seit vergangenen Dienstag ein weiteres großflächiges Plakat eines blutbefleckten Mädchens mit der Aufschrift "My Sister"- mitten im Wiener Botschaftsviertel im dritten Bezirk. Initiiert wurde das Projekt von österreichischen Exiliranerinnen (Wiener NGO "Women without borders" und die "people share Stiftung") als Hommage an die "Woman - Life - Freedom"-Bewegung weltweit.

Helnwein - Ein Künstler rechnet ab
17.01.2020
NEWS
Helnwein - Ein Künstler rechnet ab
Susanne Zobl
Interview mit Gottfried Helnwein
Poltical Correctness wird immer mehr zu einem Problem, weil sie nichts als eine geschickt verkleidete Zensur ist, und das Ende der freien Rede bedeutet. Der Karikaturist der süddeutschen Zeitung wurde gefeuert, weil er es gewagt hat eine Karikatur von Netanyahu zu zeichnen, Franziska Becker, die Karikaturistin der feministischen Zeitschrift “Emma” wurde attackiert, weil in ihren Cartoons Frauen in Burkas vorkamen. Das jüngste Beispiel von PC-Lynchjustitz ist die Verleumdungskampagne gegen Peter Handke, mit der Forderung ihm den Nobelpreis abzuerkennen, da er es gewagt hat, mitten im Klima der westlichen Propaganda gegen Serbien, seine Liebe zu diesem Land, seiner Literatur und seiner Landschaft kund zu tun.

GOTTFRIED HELNWEIN ÜBER TERRORISMUS, KRISE UND GEGENKULTUR
21.05.2013
Vice Magazin
GOTTFRIED HELNWEIN ÜBER TERRORISMUS, KRISE UND GEGENKULTUR
David Bogner
Als Kind hab ich oft Tage damit verbracht, in den Bildbänden Gottfried Helnweins zu blättern und mir die weirdesten Geschichten zu den Bildern von bandagierten Kindern einfallen lassen. Der Maler war Teil meines Aufwachsens—genauso wie die Stones, Mickey Rourke und andere Poster-Bad-Boys der Post- 68er-Generation, der auch meine Eltern angehörten. Helnweins Werk ist vielfältig und berührt uns an den dunkelsten Stellen unserer Seele, des Unterbewusstseins oder als was auch immer ihr die Triebfeder des menschlichen Handelns bezeichnen wollt, die uns Kinder foltern, aber auch Samariter sein lässt. Darüber hinaus hat der Künstler mit seiner Technik, die eine Kombination aus Fotografie und Malerei darstellt, schon in den 70er Jahren eines der wichtigsten Themen der Gegenwart vorweggenommen: die Inszenierung von Bildern und wie wir durch sie manipuliert werden können. Dementsprechend misstrauisch fällt auch das Interview aus.

26.03.2017
Die Presse
Gottfried Helnwein: "Freiheit muss man an sich reißen"
Judith Hecht
"Ich bin geradezu besessen von der Idee der Freiheit", sagt Gottfried Helnwein. In Los Angeles fühlt er sich frei, weil es in der Stadt eine Toleranz gebe, "die nicht auf hohen ethischen Prinzipien basiert". Angst vor Donald Trump hat er nicht und kann sie auch nicht nachvollziehen. Vielmehr hält er die Reaktionen auf den neuen US-Präsidenten für Massenhysterie.

Gottfried Helnwein - „Ich habe mich in meiner Arbeit ein Leben lang gegen Gewalt gestellt"
23.10.2023
Die Presse
Gottfried Helnwein - „Ich habe mich in meiner Arbeit ein Leben lang gegen Gewalt gestellt"
Barbara Gasser
Gottfried Helnwein zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Zum 75. Geburtstag widmet die Albertina dem Künstler eine Retrospektive und Barbara Gasser spricht für “die Presse”mit Gottfried Helnwein

DURCH DIE KUNST VERLIERT DER TOD SEINE MACHT
01.07.2013
Zeitkunst
DURCH DIE KUNST VERLIERT DER TOD SEINE MACHT
Petra Augustyn
Interview mit Gottfried Helnwein - Bildliche Anklage gegen Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung
Was ist Ironie für Sie? Wenn eine Invasionsarmee, die jahrelang Massaker an der Zivilbevölkerung verübt "Peace keeping Forces, und diese Operation "Enduring Freedom" genannt wird, wenn das Gesetz, das den Bürgern ihre, verfassungsmässig garantierten Rechte, raubt "Patriot Act" genannt wird. Oder wenn dem Oberbefehlshaber der grössten Militärmacht aller Zeiten, der Friedensnobelpreis verliehen wird und er dann eine Todesliste von tausenden Menschen erstellt, die er durch Drohnen eliminieren lässt.

Interview mit Gottfried Helnwein
05.06.2019
Standard
Interview mit Gottfried Helnwein
Stefan Weiss
Der Künstler über Ibiza-Gate, die Macht der US-Konzerne und darüber, warum Political Correctness die politische Linke sprachlos macht Vom weltweit bekanntgewordenen Ibiza-Video war er als Auslandsösterreicher nicht überrascht. Korruption und Machtmissbrauch prangert der in Irland und den USA lebende Künstler Gottfried Helnwein seit vielen Jahren an. Politisch versteht er sich als Linker in der Tradition von 1968. Was ihn stört, ist die Macht der US-Konzerne, aber auch überbordende Political Correctness liberaler Eliten.

"Der Deix würde sich im Grabe umdrehen"
27.06.2019
Standard
"Der Deix würde sich im Grabe umdrehen"
Doris Priesching
Der Künstler Gottfried Helnwein stellt der "NYT" für die Einstellung ihrer Karikaturen ein vernichtendes Zeugnis aus. Die freie Gesellschaft sieht er am Ende

Interview mit Gottfried Helnwein
31.08.2021
SWR2
Interview mit Gottfried Helnwein
Natali Kurth spricht mit Gottfried Helnwein, anlässlich seiner Ausstellung "Schlaf der Vernunft" im Ludwig Museum Koblenz
Der in Wien geborene Künstler Gottfried Helnwein. Helnwein zählt zu den bekanntesten und auch zu den umstrittensten deutschsprachigen Künstlern der Nachkriegszeit. Seine hyperrealistischen Bilder zeigen oft verwundete und bandagierte Kinder oder er zeigt sich selbst.

In einer bewegenden Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover sind zur Zeit Bilder des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein zu sehen.
25.05.2005
30. Deutschen Evangelischen Kirchentag
In einer bewegenden Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover sind zur Zeit Bilder des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein zu sehen.
Dr. Margot Käßmann
Landesbischöfin
Eins zeigt ein Mädchen mit frechem Gesicht und Blindenband um den Arm, das die Zunge herausstreckt. Erst habe ich gelächelt. Wer den Blick länger verharren lässt, sieht, dass dem Mädchen Blut zwischen den Beinen herunterläuft. Es wurde ganz offensichtlich missbraucht, ihm wurde Gewalt angetan.... Ja, Kinder sind verletzbar. Kindheit kann grausam sein, wenn Kinder ausgeliefert sind. Ich denke an sexuellen Missbrauch, eine unglaublich Form von Folter an Menschen, die lebenslang an dem Trauma leiden werden. Ich denke an Kindersoldaten in Togo, im Kongo, im Sudan. Zerstörte Leben, brutal geopfert für idiotische Machtkämpfe, in denen Zerstörung das oberste Gebot ist, in denen es keine Ziele mehr gibt. Ich denke an Kinder in Indien, die schuften schon mit fünf Jahren um ein paar Münzen zu verdienen, damit ihre Familie überleben kann. Ich denke an die 12-jährigen Judith Wischnajatskaja, die im Juli 1942 in ihrem letzten Brief schrieb: “Lieber Vater! Vor dem Tod nehme ich Abschied von Dir. Wir möchten so gerne leben, doch man lässt uns nicht, wir werden umkommen. Ich habe solche Angst vor diesem Tod, denn die kleinen Kinder werden lebendig in die Grube geworfen.“

Die Kieler Affäre - in mörderischen Tänzen
19.02.1988
Die Zeit
Die Kieler Affäre - in mörderischen Tänzen
Rolf Michaelis
Choreographisches Theater in Heidelberg. "Macbeth" von Johann Kresnik und Gottfried Helnwein
Es gelingt Kresnik und Helnwein uns mit einer grausigen Mord-Ballade zu fesseln, die mit höhnischem Gelächter vor unseren Augen vorbeirast - wobei der schon dem Tod geweihte neue Herrscher statt der Krone eine zwar goldene, aber noch Narren-Kappe wie eine Tiara trägt. Sieger, so die Botschaft, gibt es im tödlich närrischen Kampf um die Macht nicht. Sieger in Heidelberg sind, in einer glanzvoll wüsten Inszenierung: Gottfried Helnwein, Johann Kresnik und das mitreißend auftrumpfende Ensemble von siebzehn Tänzerinnen und Tänzern.

Die neuen Nazis sehen anders aus
03.09.2016
MilionArt
Die neuen Nazis sehen anders aus
Interview mit Gottfried Helnwein
Geschichte hat zwar die Tendenz sich zu wiederholen, aber niemals im gleichen Gewand. Die neuen Nazis kommen nicht in braunen Uniformen und Stiefeln daher, sie haben schicke, massgeschneiderte Anzüge, sie lächeln freundlich und arbeiten für Goldman Sachs und Monsanto.

Das Böse ist immer relativ
27.10.2013
Frankfurter Rundschau
Das Böse ist immer relativ
Arno Widmann
warum der Maler Gottfried Helnwein in seinem Werk Epiphanie I, (Anbetung der Könige) SS-Offiziere auftreten lässt
Gottfried Helnwein ist einer der bekanntesten lebenden Maler. In der Albertina in Wien gab es gerade eine große Retrospektive seiner Werke. In diesem Gespräch geht es nicht um die anderen berühmten Bilder Helnweins, die von verletzten Mädchen oder die, auf denen er selbst dargestellt ist als Geschundener, oder seine Arbeiten für das Theater. Wir sprechen über ein einziges Bild, über „Epiphanie I (Anbetung der Könige 3), 2013.

Mädchen in Uniform: Gottfried Helnweins neue Bilder im Museum Ludwig
14.09.2005
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Mädchen in Uniform: Gottfried Helnweins neue Bilder im Museum Ludwig
Andreas Platthaus
"Beautiful Children", Gottfried Helnwein, Ludwig Museum Schloss Oberhausen
Die Ludwiggalerie im Schloß Oberhausen mag bereits die zweite Präsentationsstätte von Gottfried Helnweins Ausstellung "Beautiful Children" sein, doch sie ist erste Wahl, was die Präsentation betrifft. In den großen Räumen verteilen sich rund drei Dutzend Werke, darunter eine kleine Auswahl von "Klassikern" der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als der Wiener Maler mit seinen typisch deformierten oder verbundenen Gesichtern bekannt wurde, und Reprisen älterer Schlüsselwerke wie etwa die in ihrer Brutalität berückend originalgetreue Micky Maus ("Midnight Mickey"), die hier in einer Version aus dem Jahr 2001 vertreten ist. Doch das sind Bilder, die längst in die popkulturelle Walhalla eingegangen sind. Deshalb ist es erfreulich, daß diese erste größere deutsche Einzelausstellung seit vielen Jahren den Schwerpunkt eindeutig auf neue Projekte legt: auf "The Golden Age" etwa, wo der Popstar Marilyn Manson in wechselnden Masken das Modell für Helnweins Kamera abgibt

Gottfried Helnwein oder die Ästhetik der Angst
21.11.2023
stayinart
Gottfried Helnwein oder die Ästhetik der Angst
Klaus Albrecht Schröder
In Gottfried Helnweins Gemälden, so beschreibt es Klaus Albrecht Schröder in der cover story treffend, »scheint das Licht sich vor dem zu fürchten, was es aus dem Schatten hervorholt«. Eine brillante Metapher für das Zeitgeschehen.

Helnwein über die US Wahl
13.11.2024
NEWS
Helnwein über die US Wahl
Susanne Zobl, Heinz Sichrovsky
Interview
Der österreichische Weltkünstler mit Wohnsitz USA kommentiert die Ereignisse "Besser ein trashiger Clown, der Frieden will, als ein eleganter Massenmörder." Besondere Wertschätzung bringt er dem durchaus gewöhnungsbedürftigen Gigantenspross Kennedy jr. entgegen. Ein kantiges, ungewöhnliches interview, wie man es vom nie alternden Rebellen Gottfried Helnwein erwartet.

Der Künstler als Märtyrer
18.04.1987
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Künstler als Märtyrer
Peter Gorsen
Die suggestiven Bildmontagen Gottfried Helnweins
In Wirklichkeit ist Helnwein kaum einzuordnen. Bei ihm findet sich ebenso ein kleinmeisterliches Werk skurril-phantastischer Zeichnungen in der Nachfolge von Redon und Kubin. Meist vergessen wird auch sein Engagement gegen autoritäre Erziehung, Wettrüsten, Verschmutzung der Umwelt und Psychiatrie. Helnwein hat die Motive und Formen der Populärkultur in teils karikierender, teils grotesk verfremdender Absicht verwendet. Sein penetranter Hypernaturalismus beunruhigt, grenzt an ironische Übertreibung. Die Brecht-Benjaminsche Maxime "Nicht an das gute Alte anknüpfen, sondern an das schlechte Neue" hat bereits seine Anfänge in den frühen siebziger Jahren bestimmt. So wurde für ihn das grenzüberschreitende Arbeiten mit Mitteln ebenso der Fotografie, Comic strips, Science-fiction wie der realistischen Malerei eine selbstverständliche Konsequenz. Helnwein hat den "ruhig theatralischen" Verzückungsgestus seines Selbstbildnisses mit der heroischen Haltung der leidenden Sebastians-Figur verglichen und beides zum Stigma des Künstlers im 20. Jahrhundert, einer quasi religiösen Erlöserfigur, verallgemeinert. Sein poetischer Bildtitel bringt den Betrachter zusätzlich auf die richtige Spur. Die optische Montage des modernen Künstlers als Schmerzensmann mit dem Landschaftsbild Friedrichs projiziert die gescheiterte Hoffnung der romantischen Rebellion auf die Gegenwart, auf das verinnerlichte, masochistisch gewordene Protestdenken der Moderne und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen. Kehrt die Romantik wieder? Nein, sie hat die Moderne in Wahrheit nie verlassen. Doch verengt und verinnerlicht sich ihre Rebellion in den irrationalen "Körpermetaphysiken" der zeitgenössischen Künstler auf das eigene Fleisch und Blut.

DER VERSTÖRER
02.05.2013
NEWS
DER VERSTÖRER
Susanne Zobl
Gottfried Helnwein- Vor der monumentalen Albertina-Schau ab 25 Mai besuchte NEWS den Weltkünstler in L.A.
Das Gefährlichste, was einem Künstler passieren kann, ist: von der bürgerlichen Gesellschaft vollkommen akzeptiert und umarmt zu werden. Es ist die Todesumarmung. Der Anfang vom künstlerischen Ende. Mir geht es darum, dass Menschen meine Bilder sehen. Mir haben immer wieder Leute gesagt, dass sich meine Bilder schon in ihrer frühen Kindheit tief in ihr Gedächtnis eingegraben haben und dass sie eine wesentliche Erfahrung für sie waren. Ich denke, das können nicht viele Künstler von sich sagen. Es ist mir wichtig, dass meine Bilder in Museen sind, aber noch wichtiger ist es mir, dass sie in den Köpfen der Menschen sind.

Erinnerungen an Entenhausen
12.04.1989
ZEIT magazin
Erinnerungen an Entenhausen
Gottfried Helnwein
Nachts war mein Kinderzimmer in ein tiefes rotes Licht getaucht - meine Spielsachen, die Möbel, mein Bett, meine Hände - alles hatte die gleiche Farbe und schien aus demselben weichen Material zu sein. Als wären die Naturgesetze aufgehoben, schien alle Materie von innen heraus zu glühen. Die Ursache dieser roten Wundernächte war der riesige leuchtende Stern der Roten Armee auf dem Dach der Fabrik gegenüber, der nachts seine Glut in meine Kinderstube goß.

EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG
10.10.1996
Kölner Stadt Anzeiger
EIN MÄDCHENKOPF FÜR SANKT PETERSBURG
Lothar Deeg
Peter Ludwig schenkte Museum Helnwein-Bilder
"Anna aus, ich glaube, Kiel", war die unübersehbare Hauptfigur bei der Eröffnung der Ausstellung des österreichischen Malers Gottfried Helnwein im Russischen Museum in Sankt Petersburg. Wenn Kunst aus dem Westen den Weg nach Russland findet - um dort zu bleiben -, stehen zwei den Petersburgern inzwischen wohlbekannte Namen dahinter: Irene und Peter Ludwig, die dem Russischen Museum wieder eine Schenkung gemacht haben. Mit jeder seiner exakt gezeichneten Hautporen und jeder Wimper ist dieses Kind Subjekt - und nicht nur einfach Objekt für einen Maler, der Gigantismus mit Detailversessenheit kombiniert. "Menschlichkeit im Riesenmass", interpretierte Ludwig das Bild.

Interview mit Gottfried Helnwein
07.11.2016
Kurier
Interview mit Gottfried Helnwein
Jürgen Klatzer
Künstler Gottfried Helnwein über die Hofburg-Wahl, Troika, Rechtspopulisten, Irland und die Nachkriegszeit in Wien
Der Aufstand der Jugend in den Sechzigern war eine historische Notwendigkeit. Die Generation unserer Eltern und Großeltern waren durch zwei Weltkriege und das Nazi-Regime beschädigt. Sie waren für den Holocaust verantwortlich. Und danach hatte viele ehemalige Kriegsverbrecher wichtige Ämter und Positionen in der Regierung oder waren in öffentlichen Institutionen beschäftigt. Der ehemalige SS-Mann und Massenmörder Friedrich Peter war Chef der Freiheitlichen. Oder Heinrich Gross, der in der NS-Zeit 800 Kinder ermordet hatte, war der meistbeauftragte Gerichtspsychiater Österreichs (der KURIER berichtete). Dementsprechend war auch das Klima in der Bevölkerung.

The Polaroid Project
19.03.2018
Fotocult Magazin
The Polaroid Project
ist noch bis zum 25.02.2018 im WESTLICHT Wien zu sehen.
Ihren einzigartigen Werken stellt The Polaroid Project mit Kameramodellen, Konzepten und Prototypen jene innovative Technik an die Seite, die diese visuelle Revolution überhaupt erst ermöglichte. Wien – dank der Initiative von Peter Coeln seit 2010 die neue Heimat der International Polaroid Collection – ist die erste Station der Ausstellung in Europa.

01.06.2019
Kurier
Die Erbärmlichkeit der Ibiza-Posse
Ida Metzger
Auch wenn er seit mehr als 20 Jahren in Irland lebt, sieht sich Künstler Gottfried Helnwein nach wie vor als Österreicher. Dieser Tage weilt er in Wien, weil Helnwein für die Premiere des ImPuls-Tanz-Festivals das Bühnenbild für Johann Kresniks Tanztheater „Macbeth“ gestaltet hat. Es ist eine Wiederaufnahme aus dem Jahr 1988, die heute nicht aktueller sein könnte. Damals gab es den Skandal rund um den korrupten CDU-Politiker Uwe Barschel, der tot in der Badewanne gefunden wurde.

Gottfried Helnwein
10.02.2013
VICE
Gottfried Helnwein
David Bogner
Interview David Bogner, Fotos von Bree Zucker

Gottfried Helnwein
01.04.1990
Medizin+Kunst
Gottfried Helnwein
F.S.
Der Maler des Menschen als Opfer in seiner Qual
Helnwein zeigt wie nur wenige Künstler in schonungsloser Offenheit und Direktheit den Menschen als Opfer in seiner Qual -- ausgeliefert einer Umwelt voller Bedrohungen. Damit fügt er sich ein in die Reihen so bekannter Maler wie Pieter Breughel, Egon Schiele oder Francis Bacon, die er letzlich in bezug auf ungeschminkte, überzeichnete Darstellungsformen noch weit übertrifft.

Fragen an Gottfried Helnwein
15.02.2006
Oberösterreichische Nachrichten
Fragen an Gottfried Helnwein
Claudia Werner
Anlässlich der Ausstellung "Face it" im Lentos Kunstmuseum in Linz
Ich glaube dass alle Arbeiten eines Künstlers im Grunde immer nur um ein einziges zentrales Anliegen oder Motiv kreisen. Und jedes Werk so etwas wie ein neuer, mehr oder weniger erfolgreicher Versuch ist, diesem Grundthema näher zu kommen, es sichtbar zu machen, zu fassen, zu formulieren, obwohl es im Prinzip immateriell ist und daher nicht fassbar ist und keine Form hat. Der Amerikanische Sammler Kent Logan hat gesagt, dass das zentrale Thema all meiner Abeiten immer das Kind sei, und er hat 2004 eine Ausstellung mit dem Titel "The Child" im San Francisco Fine Arts Museum mit-initiiert, die genau diesen Aspekt in meinem Werk zeigen sollte. Das Konzept war offensichtlich schlüssig, die Austellung wurde von fast 130 000 Besuchern gesehen und der San Francisco Chronicle bezeichnete sie als die wichtigste Ausstellung eines zeitgenössischen Künstlers im Jahr 2004. Frau Stella Rollig hat aber auf einen zweiten, ebenso wichtigen Aspekt in meiner Arbeit hingewiesen: das Gesicht. Aus dieser Sichtweise sind meine Arbeiten noch nie gezeigt worden, und beim Zusammenstellen der Bilder für diese Ausstellung ist mir selbst erst bewusst geworden, wie wesentlich dieser Aspekt ist, und plötzlich schienen mir meine Arbeiten nur mehr aus Gesichtern zu bestehen.

Helnwein bei der Arbeit
27.05.2006
Süddeutsche Zeitung
Helnwein bei der Arbeit
Oliver Fuchs
Anlässlich einer großen Gottfried-Helnwein-Ausstellung in Linz hat Oliver Fuchs den Künstler in seiner nebligen irischen Wahlheimat besucht.
Helnwein steht immer noch am Fenster und sagt: "Van Gogh war klinisch krank. Aber der Schöpfungsprozess war intakt. Interessant, oder?" Dann geht er zum Kamin und macht Feuer. Er trägt drei Goldketten, Turnschuhe sowie natürlich sein berühmtes schwarzes Stirnband. Gottfried Helnwein sieht aus wie ein zu viel Geld gekommener Gangsta-Rapper. Der Nebel vorm Fenster wird dichter. Regen prasselt auf den Rasen. Ein Dienstmädchen kommt herein, mit Servierwagen. Sie gießt Kaffee ein, der kontinentaleuropäisch, ja österreichisch schmeckt. "Wiener Melange"? "Einspänner"? "Kleiner Brauner"? Die Kellnerin spricht Österreichisch. Wahrscheinlich könnte sie aus dem Stand Marillenknödel zubereiten. Seltsam: Helnwein, glühender Österreich-Hasser wie Jelinek, Bernhard und jeder andere ernst zu nehmende österreichische Künstler, hat sich in Irland ein Privat-Österreich errichtet.

RÜCKKEHR EINES REVOLUTIONÄRS
01.05.2013
Wiener
RÜCKKEHR EINES REVOLUTIONÄRS
Barbara Gasser
Ab Mai widmet die Albertina Gottfried Helnwein eine umfassende Retrospektive. WIENER-Autorin Barbara Gasser hat den Künstlerin seinem Atelier in Downtown Los Angeles besucht
Gottfried Helnwein: Nach dem Sandy Hook Massaker, wo 20 Schüler kaltblütig erschossen wurden, titelte Jonathan Keats seinen Artikel im „Forbes“ Magazin mit „The true Impact of Violence on Childhood? Why every American ought to see the paintings of Gottfried Helnwein“. Gewalt wird in den USA verherrlicht. Amerika beschert uns eine Kultur des Tötens. Das beginnt bereits bei den Videogames, wo Kindern Killen als Unterhaltungsform vorgesetzt wird. Es sind aber nicht die Waffen Schuld, sondern das Übel liegt in der Gesellschaft. Jedes dieser High School Massaker Kids ist jahrelang mit Psychopharmaka voll gepumpt worden. Das Aus- und Fortbildungswesen ist in den USA erschreckend. Der Staat pulvert lieber eine Trillion Dollar in die Waffen- und Kriegsindustrie statt in Erziehung.

Interview - Gottfried Helnwein spricht über die Rolling Stones
06.04.2012
NEWS
Interview - Gottfried Helnwein spricht über die Rolling Stones
Evie Sullivan
Los Angeles
Ich kann mich erinnern, als dann die Beatles kamen, war das eine Erschütterung, eine Ungeheuerlichkeit, die bei der Generaton meiner Eltern Panik auslöste. Immer wieder hörten wir die Rufe: ‚Die gehören vergast, unterm Hitler hätte es das nicht gegeben!’ Wir ließen uns die Haare wachsen und wurden auf der Straße auch immer so begrüßt: ‚Ihr Gesindel, Ihr gehört's vergast!’ Ich war eigentlich kein Beatles-Anhänger. Ich fand sie interessant, aber erst der Auftritt der Stones war für mich das Schlüsselerlebnis. Es gab ja damals zwei Lager, die Beatles und die Stones Anhänger, die sich eine Zeitlang feindlich gegenüberstanden. Ich war immer auf der Seite der Stones. Die Beatles hatten ja am Anfang dieses gestylte, uniforme Band-Image mit ihren Pilzköpfen, schmalen Krawatten und den schicken Anzügen. Die Stones waren ganz anders, wild, verwahrlost, ungezügelt, verwegen. Es war die Ahnung einer Zeit des Ungehorsams, des Widerstands, der Rebellion. Sie haben uns den Geschmack von Freiheit vermittelt. Ihre Lieder waren härter, aggressiver, anarchistischer. Sie nahmen sich einfach alle Freiheiten und alle Mädchen und verhöhnten die Welt unserer Eltern. Und sie sahen vor allem genau so aus, wie wir gerne ausgesehen hätten. Für uns biedere, eingeschüchterte Nachkriegskinder, die wir wie Ministranten da standen, mit roten Ohren und Hitlerjugend-Haarschnitt - vorne ein Schopf und hinten bis zum Wirbel hinauf geschoren - für uns waren sie wie Götter, die aus einer höheren Welt zu uns heruntergestiegen waren.

Zeichenopfer
16.11.1989
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Zeichenopfer
Roland Gross
Gottfried Helnwein in Essen.
Durch die Ausstellung im Essener Museum Folkwang mit über fünfzig Pastellen, Aquarellen, und Zeichnungen, die zusammen eine konzentrierte Werksübersicht seit 1969 ergeben, führt jener, blutrote, nicht zuletzt austriatypische Faden. Seine Kinder waren immer verletzt, mißraten, dannoch voll trotziger Phantasie. Anfang der siebziger Jahre fertigte der 1948 in Wien geborene Gottfried Helnwein die lieben Kleinen in einer porentief detailbesessenen Mischtechnik aus Farbstift, und Aquarell: Rosa Puffärmel, aus denen bandagierte Hände zum Vorschein kommen, Pupillen, die ebenso puttenhaft kullern wie gespenstisch verdreht sind. Oft war die Lippenpartie eingeschnitten, narbig vernäht und lege einen Teil des Gebisses frei. Immer traf man hier auf einen jungen Verwandten jenes von dem Politbarden Franz-Josef Degenhardt erdachten Hasenscharten-Kindes, "das biß, wenn's bitte sagen sollt". Auch die Federzeichnungen, die in der Nachfolge des dunklen Phantasten Alfred Kubin zwischen 1974 und 1979 entstanden, waren deutlich geprägt durch das Thema "Kind", ebenso wie die ganz frühen Wiener Straßenaktionen, an denen Kinder mit Kopfbandagen beteiligt waren ("Aktion Sorgenkind", 1972).

Schumanns DAS PARADIES UND DIE PERI- Atemberaubende szenische Realisierung in der Düsseldorfer Tonhalle
13.07.2004
Der neue Merker
Schumanns DAS PARADIES UND DIE PERI- Atemberaubende szenische Realisierung in der Düsseldorfer Tonhalle
Peter Bilsing
Gregor Seyffert hat zusammen mit Gottfried Helnwein ein im wesentlichen tänzerisches, hochintelligentes Konzept entworfen
Für das 8.Internationale Schumann-Fest in Düsseldorf brachte man nun ein kongeniales Team zusammen, um eine komplette szenische Umsetzung in der altehrwürdigen Tonhalle zu realisieren. Gregor Seyffert – mit Preisen geradezu überschüttete Tanzikone – hat zusammen mit Gottfried Helnwein – international geachteter Künstler und Bühnenbildner – ein im wesentlichen tänzerisches, hochintelligentes Konzept entworfen, welches alle Mittel moderner, multimedialer Bühnengestaltung beinhaltet; dem Besucher gehen förmlich die Augen über. Vor lauter medialer Aktivität könnte man fast die traumhaft schöne Musik und den Gesang vergessen. Frenetischer, nicht enden-wollender Beifall, eines begeisterten Düsseldorfer Publikums, für einen Abend, den keiner so schnell vergessen wird. Lebendigstes Musiktheater, welches der sich zur Zeit im Tiefschlaf befindenden Deutschen Oper am Rhein nicht nur konkurrenzlos den Ruhm abgräbt, sondern zeigt, daß Düsseldorf durchaus Weltklasse bieten kann. Warum nicht öfter ?

STRAWINSKY'S TEUFELSWERK AN DER OPER
03.06.2001
Welt am Sonntag
STRAWINSKY'S TEUFELSWERK AN DER OPER
Engler
Das Haus an der Dammtorstrasse zeigt einen Klassiker der Moderne: Jürgen Flimm inszeniert "The Rake's Progress", Ingo Metzmacher dirigiert, und Gottfried Helnwein schuf das außergewöhnliche Bühnenbild. Der Maler, Fotograf, Bildhauer und Bühnenbildner Gottfried Helnwein gestaltet Bühne, Kostüme und Masken - nach Jörg Immendorff ist er der zweite Maler, der sich an die Strawinsky Oper wagt. Im Gegensatz zu dem Düsseldorfer Neuen Wilden geht Helnwein allerdings mit dem fotografischen Auge eines Kameramannes und mit großem Feingefühl als Kostüm- und Maskenerfinder zu Werke. "Was Gottfried Helnwein da gemacht hat, ist gewaltig," sagt der amerikanische Bassbariton David Pittsinger, ein erfahrener Strawinsky-Interpret, der in der Inszenierung den Teufel Nick Shadow singen wird. "Die Kostüme hat er als Maler entworfen, die Farben entsprechen den Klangfarben der Musik und denen der Figuren im Libretto," schwärmt der Sänger, dessen Lehrer Richard Cross noch selbst mit Strawinsky gearbeitet hatte.

Der Provokateur
03.05.2006
ORF, 3 SAT
Der Provokateur
Claudia Teissig
APOCALYPSE NOW-(ADAYS) ein Film über Gottfried Helnwein
Gottfried Helnwein - ein künstlerischer Anarchist aus Prinzip. Seine Bilder erzählen von apokalyptischen Visionen. Schon seit Beginn seiner Karriere ist Helnwein umstritten. Claudia Teissig porträtiert den genialen Blickfänger.

Auch die Kritiker von “Theater pur” loben das Bonner Ensemble
13.08.2008
Bonner Wirtschaftsgespräche
Auch die Kritiker von “Theater pur” loben das Bonner Ensemble
In der Kategorie „beste Ausstattung" wird Gottfried Helnwein für sein Bühnenbild von „Ring II" des Choreographischen Theaters Johann Kresnik gelobt. Auch in der Kategorie „bestes Schauspielhaus" findet Bonn Erwähnung. Die Abschaffung der Biennale Bonn wird in der Umfrage von den Kritikern ausdrücklich bedauert.

Steiger Awards: Ein glanzvoller Abend
29.03.2009
WAZ
Steiger Awards: Ein glanzvoller Abend
Britta Bingmann
Bochum. Die fünfte Verleihung der Steiger Awards holte wieder viele große Namen
Von Steilmann zur Ferres, zu Roman Herzog, zu Gottfried Helnwein: Der Steiger Award schafft neue, ungewohnte Verbindungen. Guido Westerwelle plaudert angeregt mit Bob Geldof, David Frost gesellt sich dazu. „Das ist das Tolle an dieser Gala, dass es hier wirklich um die Sache geht, dass man nicht immer wieder die gleichen Gesichter sieht”, sagt Sabine Christiansen. So begeistert ist sie offenbar, dass sie zum Schlussbild aller Preisträger prompt mit auf die Bühne kommt – dabei war sie diesmal doch nur Laudatorin.

Lentos: Störenfriede in besinnlichen Räumen
30.03.2010
Kurier
Lentos: Störenfriede in besinnlichen Räumen
Michael Huber
Kultur
Stella Rollig, Leiterin des Lentos Museum in Linz, über ihre Sammlung, die Vorlieben von Direktoren und das Wiener MUMOK.
Das Marilyn-Manson-Porträt von Gottfried Helnwein ragt im Linzer Lentos Museum schräg aus der Wand heraus - so, als wolle sich das Bild den Besuchern in den Weg stellen. Immer wieder sind in der neuen Präsentation der Museumssammlung solche "Störenfriede" zu sehen, die sich noch dazu nicht an den chronologischen Aufbau halten: Helnweins Bild hängt neben Andy Warhols Mao-Porträt, Arnulf Rainer neben dem Expressionisten Schmitt-Rottluff, Keith Haring neben Kokoschka.

Annäherung an einen "schwierigen" Künstler
16.06.2010
Kino-Zeit
Annäherung an einen "schwierigen" Künstler
Joachim Kurz
Längst gehören seine mit irritierender Akkuratesse gemalten Bilder zum Fundus der Populär- wie der Hochkultur. Und dennoch sind sie auch heute noch gleich in mehrfacher Hinsicht ein Skandal, ein Aufreger und ein Tabubruch: Seit den frühen 1970er Jahren thematisiert er in seinem Bildern immer wieder geschändete, missbrauchte und verletzte Kinder und macht damit schon früh aufmerksam auf ein Tabuthema, das man damals schlichtweg nicht wahrnahm – oder es nicht wahrhaben wollte. Die Reaktionen auf das massiv Verdrängte ließen in Helnweins Heimat Österreich und auch anderswo nicht lange auf sich warten. Bereits bei seiner ersten Ausstellung im Wiener Künstlerhaus prangten kurz nach der Eröffnung gelbe Schildchen mit der Aufschrift "Entartete Kunst" auf den Exponaten. Diese heftige Reaktion war für den verdutzten Künstler ein deutliches Indiz dafür, dass er seinen Finger auf eine Wunde gelegt hatte. Denn es ging neben den Bildmotiven offensichtlich auch darum, welche Phantasmen sie im Betrachter evozierten. Es sind genau diese verschütteten Assoziationen, die den eigentlichen Schrecken seiner Bilder ausmachen – sie machen den Zuschauer unwillkürlich zum Komplizen, der sich ertappt fühlen muss.

Trailer - Die Stille der Unschuld: Der Künstler Gottfried Helnwein
18.06.2010
Bayerisches Fernsehen
Trailer - Die Stille der Unschuld: Der Künstler Gottfried Helnwein
Gottfried Helnwein zählt zu den umstrittensten Gegenwartskünstlern. Seine Bilder von körperlich und seelisch misshandelten Kindern verstören mit ihrer Schockästhetik. Claudia Schmid hat Helnwein über zwei Jahre begleitet und ein intensives Porträt über einen Kompromisslosen geschaffen.

"DAS IMPERIUM GEHT UNTER"
02.02.2013
Die Presse
"DAS IMPERIUM GEHT UNTER"
Almuth Spiegler
Interview mit Gottfried Helnwein. Nach 28 Jahren stellt Gottfried Helnwein wieder in Wien aus, in der Albertina. "Die Presse am Sonntag" traf ihn bei einem Arbeitsbesuch.

"Ich wurde bezichtigt, geistesgestört zu sein"
03.06.2014
taz
"Ich wurde bezichtigt, geistesgestört zu sein"
Michael Marek
KUNST In den Siebzigern wurde Gottfried Helnwein für wahnsinnig gehalten, weil er fotorealistische Bilder gequälter Kinder malte. Eine Besessenheit, sagt er, und malt sie noch: Gewalt sei sein Thema, Gerechtigkeit gebe es nicht. Ein Gespräch über Hitler und Donald Duck

01.12.2006
Musenblätter, Bühne
Gedärm-Kaskaden bei Kresniks Abschied aus Bonn - Applaus für ein brillantes Ensemble und Helnweins Bühnenbild
Unappetitliches vom Theaterberserker beim 2. Teil des "Ring". Während der knapp 90-minütigen Inszenierung bersten Flügel und fliegen Gedärm-Kaskaden über die Bühne des Opernhauses.
Bonn - "Der Ring des Nibelungen - zweiter Teil", mit dem sich Theaterberserker Johann Kresnik am 9. Februar von Publikum und Opernhaus in Bonn verabschiedete, ist harte Tanztheater-Kost, selbst für eingefleischte Fans des für seine lauten und oft düsteren Inszenierungen berühmt-berüchtigten Choreographen. Nach "Rheingold und Walküre" im Dezember 2006 nun also Kresniks Abschieds- Nummer "Siegfried/Götterdämmerung". Der stolze und grimme Hagen von Tronje ist in Kresniks Version des "Ring" ein Schwarzer, der sich gleich einem Vampir auf Siegfried stürzt und ihn nicht mit dem Speer, sondern mit bloßen Zähnen zerfleischt und ihm das Blut aussaugt. Was dann folgt ist dunkelste Götterdämmerung. Ein güldener US-Straßenkreuzer knallt brutal auf Schrottautos. Alte Reifen, Autowracks und Abfallberge und jede Menge Leichen stehen für den Untergang der Welt samt Menschen und Göttergestalten. Das Premierenpublikum sparte nicht mit Beifall für diese letzte Kresnik-Premiere im Bonner Opernhaus und für Tänzerinnen und Tänzer, die einmal mehr bis an die Grenze ihrer physischen Leistungsfähigkeit gehen. Der 68 Jahre alte Regisseur und war's zufrieden. Kein Buhruf drang aus dem Publikum. Nur seine Fans schienen gekommen zu sein, um ihn zu verabschieden. Der Applaus galt auch dem Bühnenbild, das Österreichs Schockmaler und Kresnik-Begleiter Gottfried Helnwein einmal mehr mit reichlich spritzendem Theaterblut, Flammen, Dampf und viel Getöse in Szene setzte.

Applaus für ein brillantes Ensemble und Helnweins Bühnenbild
25.12.2006
Musenblätter
Applaus für ein brillantes Ensemble und Helnweins Bühnenbild
Andreas Rehnolt
Kresnik-Abschied in Bonn mit düster-blutigem 2. Teil des "Ring"
Das Premierenpublikum sparte nicht mit Beifall für diese letzte Kresnik-Premiere im Bonner Opernhaus und für Tänzerinnen und Tänzer, die einmal mehr bis an die Grenze ihrer physischen Leistungsfähigkeit gehen. Der 68 Jahre alte Regisseur und war's zufrieden. Kein Buhruf drang aus dem Publikum. Nur seine Fans schienen gekommen zu sein, um ihn zu verabschieden. Der Applaus galt auch dem Bühnenbild, das Österreichs Schockmaler und Kresnik-Begleiter Gottfried Helnwein einmal mehr mit reichlich spritzendem Theaterblut, Flammen, Dampf und viel Getöse in Szene setzte.

Only Rock 'n' Roll
26.07.1991
Süddeutsche Zeitung
Only Rock 'n' Roll
Christian Kämmerling
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein

Fotografen und Maler
01.05.1996
fotoMAGAZIN
Fotografen und Maler
AEM
Interview mit dem Kunstsammler Peter Ludwig
fm: Sie haben sich als renommierter Kunstkenner auch mit Gemälden beschäftigt, die nach Fotos gemalt wurden - etwa von Malern wie Gerhard Richter und Gottfried Helnwein. Beide haben Porträts gemalt "wie fotografiert" - was reizt Sie daran? Ludwig: Das Foto ist seit der Erfindung der Fotografie ein wesentliches Medium auch für die Maler. Der ganze Impressionismus ist undenkbar ohne Fotografie. Der Bildaufbau der Impressionisten kommt von der Fotografie. Und bedeutende Impressionisten waren auch bedeutende Fotografen. fm: Wozu denn so etwas wie die Arbeiten von Richter oder Helnwein, die Lexikonfotos abmalten? Ludwig: Der Künstler benutzt die Fotovorlagen, um daraus Bilder zu machen - und das ist etwas, was es schon im 19. Jahrhundert gab. Lehnbach hat seine berühmten Porträts der Zeitgenossen nach Fotos gemalt. Richter und Helnwein haben den Fotovorlagen einen zusätzlichen Akzent gegeben - sie haben sie in Bilder umgesetzt und nicht kopiert.

"Ich bin Amerikas Alptraum"
05.05.2003
DER SPIEGEL
"Ich bin Amerikas Alptraum"
Christoph Dallach, Jörg Böckem
Der Rockmusiker Marilyn Manson, 33, über seine Schock-Kunst, kreative Selbstzensur in den USA und seine neue CD.
SPIEGEL: Helnwein gilt wie Sie als Provokateur des Kulturbetriebes - haben sich da zwei verwandte Seelen getroffen? Manson: Ein Künstler, der nicht provoziert, wird unsichtbar. Kunst die keine starken Reaktionen auslöst, hat keinen Wert. Helnwein hat das verinnerlicht und entspricht damit genau dem Kern meiner Musik. Unsere Zusammenarbeit erschöpft sich nicht darin, dass ein Künstler einem Musiker ein Cover für sein Album malt. Wir schaffen zusammen Kunst, die unseren Gemütszustand wiedergibt. SPIEGEL: Helnwein sagt, Sie seien ähnlich einsam wie er. Manson: Ganz bestimmt. Es ist übrigens nicht nur schön, sondern auch befremdlich, jemanden zu finden, der tatsächlich das Gleiche liebt wie man selbst. Ich bin gewohnt für meine Ideen verurteilt zu werden - und plötzlich ist da jemand, der mich auf Anhieb versteht. Ich war nie ein geselliger Mensch. Das ist einer der Gründe, warum Leute wie ich Entertainer werden - weil sie anders nicht kommunizieren können.

Gottfried Helnwein: Der Maler und sein Holocaust-Mahnmal für L.A.
03.11.2003
ORF
Gottfried Helnwein: Der Maler und sein Holocaust-Mahnmal für L.A.
Claudia Teissig
Treffpunkt Kultur: Neunter November Nacht
ORF, Treffpunkt Kultur, 3. November, um 22.30 Uhr, Barbara Rett prasentiert: Gottfried Helnwein: Der Maler und sein Holocaust-Mahnmal für L.A. Ein Film von Claudia Teissig. Schock-Therapeut: Gottfried Helnwein 50 Jahre nach der Reichspogrom-Nacht - im November 1988 - ließ Österreichs Schockmaler Gottfried Helnwein vor dem Kölner Dom auf eigene Kosten eine Galerie des Schreckens errichten. Hundert Meter lang, jedes der Bilder vier Meter hoch: Fotos von Vier- bis Achtjährigen - der Tod in ihre bleichen Gesichter geschrieben. Kaum war die Bilderstraße errichtet, kam es zu den ersten Beschädigungen. Nun stellt Helnwein seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust in seiner Wahlheimat Los Angeles aus. Dort fühlt Helnwein sich am "äußersten Punkt im Prozess des Untergangs des Abendlandes" angekommen - und sieht die Stadt als Herausforderung. Für 2004 bereitet er eine große Retrospektive in Pekings "verbotener Stadt" vor. TREFFPUNKT KULTUR hat den Maler in L.A. besucht.

Gespräch mit Gottfried Helnwein
17.02.2006
Der Wiener
Gespräch mit Gottfried Helnwein
David Baum
Los Angeles ist für mich der beste Ort an dem ich je gearbeitet habe, - ich habe mich noch nie so frei gefühlt. Diese Stadt ist ein Moloch in dem 140 verschiedene ethnische Gruppen leben und in der jede Form von Religion existiert, die der Mensch je erfunden hat, von der Church of Satan bis zu den Chassidischen Juden, die am Shabbat wie ihre gallizischen Vorfahren mit riesigen Pelz-Rädern und Kaftanen angetan mit ihren Kindern unter Californischen Palmen spazieren gehen. Es gibt die Viertel der Reichen, in denen man all die erstaunlichen Mutanten bewundern kann, die die chirurgische Schönheits-Industrie erschaffen hat, und ganze Strassenzüge in Downtown, in denen tausende Obdachlose leben, die nichts anderes als ein Stück Pappe zum Schlafen haben, wo Tag und Nacht verlorene Seelen, mit sich selbst schimpfend und wild gestikulierend, durch die Strassen irrlichtern. Diese Stadt ist wie eine offene Wunde, die niemand zu verbinden versucht. Sie ist der äusserste Vorposten einer untergehenden Zivilisation, und wenn Sie die unkaschierte Version der westlichen Welt "Now" sehen wollen, dies ist der Ort. Manchmal komme ich mir vor wie in ",Blade Runner", wo der Zusammenbruch aller Werte eine neue comic-haft, apokalyptisch-surreale Ästhetik gebiert.

	
Die bildende Kunst ist ein einsames Geschäft
07.03.2006
Oberösterreichische Rundschau
Die bildende Kunst ist ein einsames Geschäft
Herbert Schorn
Interview
Face it" - Gottfried Helnwein im Gespräch
"In der Renaissancezeit waren Maler die Superstars, Musikanten und Schauspieler wurden damals der Kategorie Gaukler/Akrobaten zugerechnet, waren also eher am unteren Ende der Gesellschaft angesiedelt. Heute ist es ganau umgekehrt, (Film-)Schauspieler und Musiker sind die Stars, Bildende Künstler spielen dagegen keine grosse Rolle mehr und gehören eher der Freak-Abteilung an. Ich glaube, dass bedeutende Kunst immer auch den Zustand der jeweiligen Gesellschaft reflektieren und auf die Probleme der Zeit (kritisch) reagieren sollte. - Wo sind sie heute die Goyas, die die "Greuel des Krieges" darstellen? Die zeitgenössische Kunstszene ergeht sich derzeit vor allem in schwachsinnigen neo-dadaistischen Gags und Insider-Jokes. Und obwohl die Scheisse der amerikanischen Entertainment-Industrie langsam alles Künstlerische unter sich begräbt, gibt es in den Bereichen Film, Comics und Rockmusik doch noch vereinzelte Rebellen, die Kunst und Ästhetik als Waffe verstehen und auch so einsetzen".

Wir leben in der Endzeit
07.03.2006
News
Wir leben in der Endzeit
Heinz Sichrovsky
Interview
Gottfried Helnwein. Der österreichische Kunst-Weltstar, der in Irland und in L.A. lebt, zeigt in Linz seine bildnerische Lebensbilanz: "Face it" - Schockierendes von den siebziger Jahren bis heute.
"Das Erschreckende an der gegenwärtigen Kunstszene ist, dass sie komplett von den Ereignissen in der Welt losgelöst ist. Wenn man sich die gefeierten Künstler heute ansieht, so betreiben die meisten Nabelschau. Sie persiflieren andere Kunstwerke, der Insider-Gag dominiert. Wir leben in einer Endzeit, in der alles zusammenbricht, aber die Kunst reagiert nicht, - sie ist autistisch und isoliert. Das halte ich für katastrophal."

Harte Bandagen und die Magie des Grauens
09.03.2006
der Standard
Harte Bandagen und die Magie des Grauens
Markus Rohrhofer
Schock-Kunst und Donald Duck im Linzer Kunstmuseum Lentos: Umfassende Werkschau Gottfried Helnwein Gottfried Helnwein in seiner Ausstellung "Face it"
Linz – Zarte Kinderköpfe, bandagiert und grausam entstellt durch steril glänzende Wundhacken, fratzenartige Narbengesichter die freundlich lächeln, eine Madonna mit nacktem Kinde im Kreis von SS-Offizieren und dazwischen das Konterfei vom ganz böse blickenden Marilyn Manson mit Mickey-Mouse-Mütze – Gottfried Helnwein schockiert, polarisiert, fasziniert. Nach zwanzig Jahren und vor allem erstmals, seitdem er 1985 Österreich in Richtung Los Angeles den Rücken kehrte, präsentiert sich der einstige "Schocker von Wien" mit einer umfassenden musealen Werkschau – im Linzer Kunstmuseum Lentos. Für Lentos-Chefin Stella Rollig ist die Helnwein-Ausstellung ein "Coup mit reicher Beute". Die Kunst von Helnwein habe man "in dieser Fülle und Reichhaltigkeit in seinem Heimatland seit 20 Jahren nicht gesehen", freut sich die Lentos-Chefin. Die Auswahl der gezeigten Werke decke alle Schaffensperioden des Künstlers, der im "kollektiven Gedächtnis von Österreich gespeichert ist".

Helnweins Rückkehr
01.01.2006
ORF
Helnweins Rückkehr
Retrospektive und Themenschau zugleich: "Face It" im Linzer Kunstmuseum Lentos.
"Provokateur", "Schockkünstler": Sein "altes" Image hat Gottfried Helnwein in Österreich nicht richtig ablegen können, seit er das Land vor 20 Jahren verlassen hat. Nun widmet das Linzer Kunstmuseum Lentos dem Kunststar, der in Los Angeles und Irland lebt, eine umfassende Werkschau - und bietet damit die Gelegenheit, einen neuen Blick auf Helnwein zu werfen.

Fabrik Helnwein
20.09.2008
MADONNA Magazin
Fabrik Helnwein
Christoph Hirschmann
Chefredaktion Ressortleiter Kultur
Interview mit Gottfried Helnwein
Helnwein: Ich bin trotz allem gerne in Los Angeles, muss ich sagen. Ich geniesse es, wenn ich früh in der Morgensonne durch die ausgestorbenen Strassen Downtowns ins Atelier gehe, vorbei all den Graffiti-Kunstwerken an den Fassaden der heruntergekommenen Industriebauten und dem Abfall auf der Strasse. Bis Mittag lebe ich in einer Ghost-Town, da hier vorher kaum einer auf ist. Es ist ein bisschen wie in einem Film. Es hat was von "Blade-Runner", der ja auch hier gedreht wurde. Verfall hat seine eigene Faszination und Ästhetik.

Helnwein-Bühnenbild zu israelischer Oper
27.01.2010
ORF
Helnwein-Bühnenbild zu israelischer Oper
An der Oper von Tel Aviv probt man für eine Uraufführung, die auch so etwas wie eine Sternstunde für das Kulturleben in Israel ist. "Das Kind träumt" heißt das Werk, durch das sich für Gottfried Helnwein eine künstlerische Seelenverwandtschaft mit dem Autor Hanoch Levin offenbart hat, "weil dieses Stück für mich subjektiv zumindest genau das ist, was ich mit meinen Bildern immer ausdrücken wollte", sagt Helnwein. "Hanoch Levin ist eigentlich eine große Entdeckung für mich, weil er einer der besten Dramatiker ist, die ich je gesehen habe. Und die Bilder, die er heraufbeschwört, sind so brutal und erschütternd. Und für mich war das so etwas wie Epiphanie - ich hab das gelesen und gedacht, im Prinzip beschreibt er meine Bilder."

Helnweins neue Heimatliebe
01.04.2010
Der Wiener
Helnweins neue Heimatliebe
Verena Elssner-Elssenstein
Fotos: Marco Rossi
Dies ist die Geschichte einer ganz besonderen Rückkehr. Sie nimmt ihren Anfang dort, wo alle guten Geschichten made in Austria beginnen: im Kaffehaus

Ich bin gläubiger Donaldist
01.03.2012
Playboy
Ich bin gläubiger Donaldist
Stefan Skiera
Interview mit Gottfried Helnwein
Helnwein: Schmerz und Gewalt gegen Wehrlose sind die zentralen Themen meiner Arbeit. In den Siebzigern haben meine Bilder und Aktionen Entsetzen hervorgerufen, weil man dachte, ich sei pervers. Der Missbrauch von Kindern wurde damals von der Gesellschaft und den Medien vollkommen verschwiegen. Mittlerweile ist einiges von diesem systematischen Terror gegen Kinder ans Licht gekommen. Sie wurden in der Psychiatrie gefesselt und in dunkle Räume gesperrt und Bettnässer mit Elektroschocks behandelt. Die österreichische Psychiaterin Maria Nowak-Vogl hat Kinder absichtlich mit Malaria infiziert und in ihrem "Kreuzzug gegen Onanie" Röntgenstrahlen, Psychopharmaka und Tiermedikamente bei kleinen Mädchen eingesetzt.

Selbstdarsteller im Endstadium
01.03.2013
Der Standard
Selbstdarsteller im Endstadium
Olga Kronsteiner
Von Arbeiten Helnweins trennen sich Sammler selten. Ausnahmen bestätigen diese Regel
Nun steht ab Mai (25. 5. - 25. 8.) eine Retrospektive ins Haus, die als bisher umfangreichste im deutschsprachigen Raum angekündigt wird. Derzeit laufen noch die Vorbereitungen, erzählt Albertina-Kuratorin Elsy Lahner: Endauswahl der mehr als 100 zu zeigenden Werke, Katalogproduktion et cetera. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt einerseits auf frühen Aquarellen sowie Buntstift- und Tuschzeichnungen, dazu Aktionsfotos und Polaroids (Serie Poems) sowie andererseits auf zentrale Werkgruppen (u. a. Righteous Men, Paradise Burning, Los Caprichos). Die Acrylfarben auf dem jüngsten Leinwand-Epos des mittlerweile in Los Angeles und Irland residierenden Künstlers sollen dem Vernehmen nach noch gar nicht trocken sein.

Markt.Macht.Kunst
21.10.2013
3sat
Markt.Macht.Kunst
Hannes M. Schalle
Der Film ergründet den aufregenden Gegenwartskunstmarkt und dessen Ausnahmestellung an Bekanntheit, Nachfrage und oft irrationalen Preisen.
Die in NY, London, Berlin, Düsseldorf, Köln, Venedig, Wien, Niederösterreich und Salzburg gedrehte Dokumentation zeigt in noch nie gesehener Vierkamera-HD-Qualität Exponate der Gegenwartskunst der letzten 30 Jahre mit Werken von: Warhol, Richter, Pollock, Koons, Kiefer, Baselitz, Nitsch, Helnwein u.v.a.m. "Meine eindrucksvollste Begegnung hatte ich mit meinem Jugendidol Gottfried Helnwein", schwärmt Schalle, der selbst als Autor, Regisseur und Komponist der Filmmusik verantwortlich zeichnet.

In das Gedächtnis der Gesellschaft
02.04.2014
Die Presse
In das Gedächtnis der Gesellschaft
Ani Gülgün-Mayr
Kunst muss Emotionen auslösen: Lachen, Weinen, Neugierde, Wut oder auch Beklemmung. Dann ist es Kunst.
...und der Stargast in „Kultur heute“, Gottfried Helnwein, ein Künstler, der die Gräuel des Nationalsozialismus in seinen hyperrealistischen Werken dermaßen hemmungslos aufzeigt, dass man die Wiener Albertina mit Beklemmungszuständen verlassen hat.

Mission: Provokation
11.02.2008
Chilli.cc
Mission: Provokation
Kaum ein Künstler regt so auf wie Helnwein – und kaum einer ist so bedeutend
Van Gogh, Modigliani, Monet: Die Liste der Maler, die zu Lebzeiten verkannt in der absoluten Bedeutungslosigkeit tümpelten, ist lang. „Bedeutungslosigkeit“ kennt Gottfried Helnwein wohl nicht. Mit 22 inszenierte er einen Studentenaufstand an der Wiener Kunstakademie, heute zählt er zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit. Und zu den streitbarsten, um seinen Ansatz mit den Worten seines Freundes Marilyn Manson zusammenzufassen: „Kunst, die nicht provoziert, wird unsichtbar.“

Interview: „Jeder große Künstler ist ein Menschenfreund“
25.02.2006
Profil
Interview: „Jeder große Künstler ist ein Menschenfreund“
Interview: Herbert Lackner
Die Maler Gottfried Helnwein und Manfred Deix über den Karikaturenstreit, Meinungsfreiheit und das Urteil im Irving-Prozess.
Helnwein: "Fest steht, dass im Moment große Verwirrung herrscht. In den siebziger Jahren war die Welt noch in Ordnung: Da hat man gewusst, es gibt die Linken, die Fortschrittlichen, es gibt die, die für eine multikulturelle Gesellschaft sind, und die, die gegen Ausländer sind. Und man hat gewusst: Das andere Lager, das sind die Rechten, die Spießer, die „Nazis“. Das ist jetzt vorbei. Im Moment bricht alles zusammen, die Glaubenssysteme, die Werte, die Grenzen – alles verändert sich. Wenn man sich zum Beispiel in Deutschland die Generation der sechziger Jahre anschaut, Leute wie Schily, Fischer und Mahler, die am extrem linken Rand angesiedelt waren – die der RAF nahestanden, die das System zerstören und durch ein neomarxistisches ersetzen wollte. Sie haben den sogenannte "Marsch durch die Institutionen"angetreten: ganz links unten sind sie hinein marschiert und ganz recht oben sind sie wieder herausgekommen."

ES MÜSSEN NOCH MEHR BLASEN PLATZEN
12.10.2008
NEWS Magazin
ES MÜSSEN NOCH MEHR BLASEN PLATZEN
Renate Kromp
Interview
Der Weltkünstler über den Rechtsruck und die Ursachen der Politikverdrossenheit in Österreich Gottfried Helnwein.
Der begnadete Künstler rechnet im NEWS-Interview mit der Politik, dem Kapitalismus und den Regeln des Kunstmarkts ab.

Kriegsszenen mit Comicfiguren - Helnwein zum 70.
06.10.2018
DPA
Kriegsszenen mit Comicfiguren - Helnwein zum 70.
Matthias Röder
Er lebt in Irland und den USA, seine Heimat Österreich liebt er. Den Zustand der Welt findet Gottfried Helnwein erschreckend.
Trump ist wirklich ein erstaunliches Phänomen. Es gibt keine Person, die weltweit so massiv bekämpft wird, wie er. Das Ganze artet mittlerweile zu einer totalen Massenhysterie aus. Alle tun so, als wäre die Welt bisher ganz in Ordnung gewesen, und als wäre erst mit Trump das Böse in die Welt gekommen. Ich frage dann gerne meine amerikanischen Freunde, wo wart Ihr denn die letzten Jahre? Als Bush Afghanistan und den Irak verwüstet und Millionen Tote hinterlassen hat? Als Cheney ganz offiziell die Folter wieder eingeführt hat. Wo wart Ihr, als der Friedensnobelpreisträger Obama mit seinem Drohnenprogramm Tausende, darunter viele Kinder töten ließ? Trump ist eigentlich so etwas wie ein Augenblick der Wahrheit. Er ist der amerikanischeste Präsident dieses Jahrhunderts, er ist der Präsident den dieses Land verdient hat. Er ist ein Spiegel in dem die Amerikaner sich selbst und den Zustand ihres Landes erkennen können. Er ist nicht das Problem, nur das Symptom.

Gottfried Helnwein spricht mit Carl Barks
16.10.1992
Süddeutsche Zeitung
Gottfried Helnwein spricht mit Carl Barks
"Mit Donald war es wirklich Lustig."
Der 91-jährige Zeichner Carl Barks über sein Leben mit der berühmtesten Ente der Welt.

"Donald war mein Erlöser"
09.06.1994
DER SPIEGEL
"Donald war mein Erlöser"
Helmut Sorge
(Auszug) DER SPIEGEL: Erheitert es Sie eigentlich, wenn Sie, Beispielsweise von dem österreichischen Künstler und Duck - Fan Gottfried Helnwein, als einer der "bedeutensten Künstler dieses Jahrhunderts" bezeichnet, oder von anderen Bewunderern sogar mit Michelangelo verglichen werden? Barks: Hat er das gesagt? Na, ich hoffe er hat recht. Nein, die Wahrheit ist: Ich bin schlicht und einfach ein Comic - Zeichner, der sein Geld verdienen Musste.

Laibach und ihr Heiner-Müller-Musical "Wir sind das Volk"
26.03.2022
DerStandard
Laibach und ihr Heiner-Müller-Musical "Wir sind das Volk"
Christian Schachinger
Die slowenischen Kunstprovokateure haben magere Jahre hinter sich. Mit ihrem "deutschen Musical" auf der Bühne wie im Albumformat haben sie sich aber bestens erholt
Die bildnerische Gestaltung des Albumcovers verdankt sich der Serie Epiphanies von Gottfried Helnwein, in der er sich großformatig und kunstgeschichtlich affirmativ am Rande des Erträglichen mit Gewalt, Faschismus und Gottesoffenbarungen auseinandersetzt.

Evidenter Zufall
29.10.1988
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Evidenter Zufall
moen
Hinter dem Dom hatte kürzlich der Maler Gottfried Helnwein zur Erinnerung an die sogenannte Reichskristallnacht siebzehn bleich geschminkte Riesenportaits von Kinderköpfen aufgestellt. Die von Maler beabsichtigte "rassische" Ähnlichkeit der Kinder mit jenen Bevölkerungsgruppen, die damals von den Nazis verfolgt wurden, besass eine vergleichbare Evidenz des Zufalls wie die Geistertöne aus Graz. Unbekannte fühlten sich angesprochen. Sie haben jetzt die Bilder mit Messern traktiert und den abgebildeten Kindern buchstäblich die Kehle duchgeschnitten. Erst durch die Zerstörung seines Werks nimmt Helnweins Aussage Gestalt an. Bill Fontanas Mikrophone hätten in dieser Kölner Nacht das aufzeichnen können, was sie in Graz vergeblich suchten.

Äfflinge und Tschandalen
11.10.1988
Frankfurter Allgemeine
Äfflinge und Tschandalen
Roland Mischke
Helnwein - installation "Neunter November Nacht" zwischen Kölner Dom und Museum Ludwig
Die Bilderstrasse zwischen dem Kölner Dom und dem Museum Ludwig ist hundert Meter lang. Jedes der Bilder ist vier Meter hoch. Es sind täglich Tausende, die den hinteren Teil der Domplatte passieren, und die weitaus meisten von ihnen, die nur die Bildersprache der Werbung an dieser Stelle kennen, sind verdutzt, empört, schockiert über die bleichen Kindergesichter,die im Scanachrome-Verfahren auf Kunststoffolie gebracht worden sind. Kaum war die Bilderstrasse installiert, kam es schon zu ersten Beschädigungen: Nachts wurde mit Messern in die, durch das Schminken verfremdeten, alt wirkenden grossformatigen Kinderportraits hineingestochen, ein Bild wurde gestohlen. Kölner Museen und die Stadtverwaltung erhalten täglich Dutzende Anrufe und befinden sich im Erklärungs- und Legitimationszwang.

Gottfried Helnwein
01.01.1996
Ticket
Gottfried Helnwein
Seine Bilder tun weh. Sie sprechen von unschuldigen Opfern. Helnwein verstört - Ob als Maler, Fotograf oder Bühnenbildner.

13.06.1999
Kleine Zeitung Graz
MAGIE DES ZÖLLNERS
Frido Hütter
Helnwein, der Meister des Grauens auf den zweiten Blick, zeigt bei einer Personale in Krems verstörend intensive Grossformate. Estmals wieder seit fast zehn Jahren. Es mag paradox scheinen: Aber Helnweins historisches Verdienst liegt hinter der - meist irrwitzig attraktiven - Oberfläche seiner Bilder: Der zweite, dritte Blick offenbart dem Betrachter das psychologische. Großtalent Helnwein, das Stimmungen und Zustände detailgenau erkennt und durchleuchtet. Das war in Frühen Motiven wie "Leid macht stark" oder "Die Tochter des Schlurfs" erkennbar und ist auch hier nicht anders. Man nehme das oben abgebildete Motiv als Beispiel. Wolfgang Bauer sagt: "Helnwein hält sich gerne an diversen Grenzen auf. Wer hier durch will, wird von ihm genau geprüft. Er ist einer der magischen Zöllner der Kunst." Die Zollformalitäten in Krems seien somit ausdrücklich empfohlen.

Vor einem Abgrund
29.04.2008
Sueddeutsche Zeitung
Vor einem Abgrund
Holger Gertz
Inzestfall in Österreich
Amstetten zwischen Fassungslosigkeit und Medienrummel: Ein Verlies mitten im Ort, ein Vater, der den Kindern ein Martyrium antut - wie man nun die Teile von etwas Unbegreiflichem zusammenzufügen versucht. Das Verlies von Amstetten berührt auch etwas im Innersten der Österreicher, ihre dunkle Seite, die sich spiegelt in den Gedichten ihrer Autoren. Und in den Bildern von Gottfried Helnwein, wo Menschen zu sehen sind, denen Gabeln in die Augen gedrückt werden. Oder Mädchen, denen das Blut die Beine herunterläuft. Helnweins Bilder sind Albträume, sie handeln von Verliesen in den Köpfen - aber was sind die gegen Verliese, die es wirklich gibt.

Tabu-Thema Inzest
04.05.2008
Kurier
Tabu-Thema Inzest
Sunday, Coverstory
Das Drama von Amstetten rückt ein Verbrechen ins Licht, das hinter Fassaden scheinbar heiler Familien geschieht. Das Bild des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein gibt den Schmerz der Kinderseelen wieder. "The Song I" hat der in Irland lebende Künstler diese Zeichnung aus den 70er Jahren genannt. Helnwein hat in seinem gesamten Schaffen Schmerz, Verletzung und Gewalt von und an Kindern thematisiert.

Helnwein bricht eine Lanze für Giger
22.05.2014
Suedostschweiz
Helnwein bricht eine Lanze für Giger
Olivier Berger
Interview mit Gottfried Helnwein
Ich glaube, dass man als Künstler auch bis zu einem gewissen Masse Chronist seiner Zeit ist. Die Massenmedien bombardieren die Menschen unentwegt mit Berichten von Katastrophen und Terror in einen Zustand von völliger Hilflosigkeit und Depression. Nur die Kunst hat die Macht, den Schrecken und das Abgründige der menschlichen Existenz zu transzendieren und aufzulösen.

Gottfried Helnwein im Gespräch mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder
22.06.2014
ORF
Gottfried Helnwein im Gespräch mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder
Am 26. Mai im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF
Er gehört zu den international bedeutendsten österreichischen Künstlern: Gottfried Helnwein. Anlässlich seines 65. Geburtstages und rechtzeitig zur Eröffnung der großen Albertina-Retrospektive mit mehr als 150 Werken aus allen Werkphasen bringt ORF III Kultur und Information ein einzigartiges Künstlergespräch und zeigt am Sonntag, dem 26. Mai 2013, um 18.25 Uhr in einem "ORF III Spezial" Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, im Gespräch mit Gottfried Helnwein. Helnwein erklärt dabei, warum er Wien vor Jahrzehnten verlassen hat, warum ihn sein Schaffen immer wieder zum Motiv des missbrauchten Kindes zurückführt und warum in der trivialen Kunst eine unglaubliche Power liegt.

Helnwein kommt ins Osthaus Museum
27.01.2024
Westfahlenpost
Helnwein kommt ins Osthaus Museum
Monika Willer
Die Bilder des Meistermalers zeigen krasse Gewaltdarstellungen und sind umstritten. Warum Gottfried helnwein sie trotzdem malt, verrät er im Interview
Für Tayfun Belgin ist der Mann einer der wichtigsten lebenden Künstler. Deshalb zeigt der Direktor des Hagener Osthaus-Museums ab März eine große Werkschau des österreichischen Malers Gottfried Helnwein. Die meisten Bilder kommen aus der Wiener Albertina, wo Helnwein derzeit die Säle füllt.

Befreiung ins schwarze Nichts
12.06.2001
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Befreiung ins schwarze Nichts
Julia Spinola
Aus dem Reich der Verstümmelten und der bandagierten Köpfe: Strawinskys "Rake's Progress" an der Hamburgischen Staatsoper.
Das Eindringen des Horrors in den Alltag hat wohl kaum jemand so beklemmend dargestellt wie der österreichische Künstler Gottfried Helnwein. Auf seinen Bildern nimmt die Gewalt derart Besitz von der Normalität, dass sie zum alles vergiftenden Elixier des Grauens wird. Viele seiner Gemälde, Plakate, Fotografien und Federzeichnungen zeigen Versehrung und Verstümmlung von Menschen, klinische Folterszenen, brutalisierten Kindern mit apathischen Blick, mit verbundenen Köpfen und Händen, oder mit ausradierten Gesichtern. Dennoch schockiert nicht die Inhalte allein: So umfassend scheint vielmehr Helnweins Perspektive auf das Leben vom Gefühl der Qual durchtränkt, dass selbst motivisch harmlosen Porträts, von John F. Kennedy oder Mick Jagger etwa, noch die Gewalt aus jeder fotorealistischen Pore dringt.