SECHS FRAGEN AN GOTTFRIED HELNWEIN
19.12.2008
Berner Zeitung BZ
SECHS FRAGEN AN GOTTFRIED HELNWEIN
Marco Zysset
Marco Zysset spricht mit Gottfried Helnwein
Einst wurde Ihre Kunst als „entartet“ gebrandmarkt, heute installieren Sie in einer ganzen Stadt. Zeichen der Zeit? Helnwein: "Meine Arbeiten haben immer polarisiert. Von meiner ersten Ausstellung an, wo man mir Stickers mit den Worten: "Entartete Kunst" auf die Bilder geklebt hat, bis zur Beschlagnahmung meiner Arbeiten und Ausstellungsverboten, habe ich alles erlebt, Ich habe immer mit Gegenwind gearbeitet. Im Rückblick muss ich aber sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Reaktionen positiv und ermutigend waren. Meine Ausstellung "The Child" im San Francisco Fine Arts Museum im Jahr 2004 wurde von 130 000 Menschen gesehen, das war Museumsrekord. Der "San Francisco Chronicle" bezeichnete diese Ausstellung als die wichtigste eines zeitgenössischen Künstlers in diesem Jahr. Leute, die mich in dem Museum erkannten sind spontan auf mich zugekommen, haben mich umarmt und sich bei mir bedankt. Manche hatten Tränen in den Augen und eine Frau sagte zu mir: Sie wissen wahrscheinlich gar nicht wie wichtig es ist dass Sie diese Arbeiten gerade hier und jetzt zeigen"

MEET GOTTFRIED HELNWEIN
01.12.2008
TRUCE Magazine
MEET GOTTFRIED HELNWEIN
Stefan Jermann
Stefan Jermann talks with Gottfried Helnwein
It’s a foggy, cloud-streaked afternoon in Waterford County, Ireland. I’m meeting a man who has spent a large part of his life on this island that is famously steeped in tradition. He’s called this place home for some while. Ireland has a long history of treating its artists, literary figures and musicians well.

Maler Helnwein: „Wo immer ich bin, ist auch Österreich“
01.12.2008
Die Presse
Maler Helnwein: „Wo immer ich bin, ist auch Österreich“
Anna-Maria Wallner und Christian Gattringer
Interview mit Gottfried Helnwein
Gottfried Helnwein hat ein Wandgemälde an der Linken Wienzeile entworfen. Im Interview spricht er über die Qualitäten Wiens, seine mögliche Rückkehr und warum er eigentlich Ausländer in Österreich ist.
"Ich hab noch nie etwas im Zusammenhang mit der Klimaproblematik gemacht, aber das Thema liegt mir am Herzen. Ich lebe in L.A., wo die Luft so schlecht ist, dass man kaum atmen kann. Wenn ich dort mit dem Finger über meine Schreibtischplatte im Atelier fahre, ist meine Hand schwarz. Ich glaube dass wir derzeit nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Krise erleben, und ich denke es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen".

ES MÜSSEN NOCH MEHR BLASEN PLATZEN
12.10.2008
NEWS Magazin
ES MÜSSEN NOCH MEHR BLASEN PLATZEN
Renate Kromp
Interview
Der Weltkünstler über den Rechtsruck und die Ursachen der Politikverdrossenheit in Österreich Gottfried Helnwein.
Der begnadete Künstler rechnet im NEWS-Interview mit der Politik, dem Kapitalismus und den Regeln des Kunstmarkts ab.

Fabrik Helnwein
20.09.2008
MADONNA Magazin
Fabrik Helnwein
Christoph Hirschmann
Chefredaktion Ressortleiter Kultur
Interview mit Gottfried Helnwein
Helnwein: Ich bin trotz allem gerne in Los Angeles, muss ich sagen. Ich geniesse es, wenn ich früh in der Morgensonne durch die ausgestorbenen Strassen Downtowns ins Atelier gehe, vorbei all den Graffiti-Kunstwerken an den Fassaden der heruntergekommenen Industriebauten und dem Abfall auf der Strasse. Bis Mittag lebe ich in einer Ghost-Town, da hier vorher kaum einer auf ist. Es ist ein bisschen wie in einem Film. Es hat was von "Blade-Runner", der ja auch hier gedreht wurde. Verfall hat seine eigene Faszination und Ästhetik.

Huxley a Orwell měli pravdu, umělci mohou být vizionáři, říká rakouský umělec Gottfried Helnwein
16.07.2008
iDNES.cz
Huxley a Orwell měli pravdu, umělci mohou být vizionáři, říká rakouský umělec Gottfried Helnwein
Martina Buláková
Ve dvaceti namaloval Gottfried Helnwein vlastní krví obraz "führera“. Vedení grafické školy ve Vídni, kde studoval, obraz zabavilo a autora vyloučilo. Nyní je někdejšímu studentu-provokatérovi šedesát, při osobním setkání působí vyrovnaně a vyhlíží jako rocker a šaman v jedné osobě. Jeho hyperrealistické obrazy připomínají temnou nacistickou minulost, obrazy nevinných dětí ztělesňujících krásu a čistotu rané duše. Výstavu nazvanou Angels Sleeping hostí do konce srpna pražská Galerie Rudolfinum.

Eine Tradition der Dunkelheit
26.06.2008
VANITY FAIR
Eine Tradition der Dunkelheit
Marc Fischer und Sven Michaelsen sprechen mit Gottfried Helnwein
Kunst, Interview
Gottfried Helnwein malt die Welt seit Jahren als blutende Wunde, voll Verfall und Verletzung.
Wie sah es in Arno Brekers Atelier aus? Helnwein: Überall standen Gips-Plastiken von Negern und Juden herum, die er nach dem Krieg hergestellt hatte. Eine heroisierende überlebensgroße Büste stellte einen beleibten Schwarzen in Uniform und vielen Orden dar. Ich fragte, wer das sei. „Das war der frühere Präsident der Elfenbeinküste“, antwortete er. „Der tauchte in den sechziger Jahren bei mir auf, legte seinen Arm um meine Schultern und sagte: ‚Breker, kommen Sie zu mir an die Elfenbeinküste. Ich werde Ihr zweiter Hitler sein". Breker sollte eine neue Hauptstadt entwerfen, was dieser auch sofort tat. Er zeigte mir das Gipsmodell dieses Utopia in dessen Mitte sich ein gigantischer Platz befand mit der riesigen Skulptur eines Afrikaners - mit zerrissenem Hemd und gesprengten Fesseln, der aufgewühlte Blick und die geballte Faust gen Himmel gerichtet. Auf meine Frage, was aus dem Projekt geworden sei, antwortete Breker mit leiser, resignierender Stimme "Der Präsident ist leider kurze Zeit darauf gestürzt worden" Wie reagierte Breker, als Sie ihn mit Ihrem Beuys-Porträt in der Hand fotografierten? Helnwein: Er hielt das Bild hoch und murmelte: „Das hätte sich der Beuys aber nicht träumen lassen.“

Kdybych si Fritzla vymyslel, řeknou, že jsem blázen
14.06.2008
aktualne.centrum.cz
Kdybych si Fritzla vymyslel, řeknou, že jsem blázen
Pavel Turek
Interview
Rozhovor - Madona s děťátkem sedící mezi nacisty. Obří Mickey Mouse, který přerostl z roztomilé myšky do smějícího se monstra. Svět Gottfrieda Helnweina je hyperrealisticky krutý a ironický zároveň. Výstava Sleeping Angeles probíhající až do konce srpna v pražském Rudolfinu postihuje všechny významné etapy jeho malby plus fotografickou portrétní sérii The Golden Age s Marilynem Mansonem coby modelem. A to je jen jedna z osobností, která na umělce nedá dopustit. Od kruhu vídeňských akcionistů se Helnwein dostal pod lupu jak Andy Warhola tak Normana Mailera nebo Williama Burroughse.

Peter Nedoma, Direktor der Galerie Rudolfinum in Prag,  spricht mit Gottfried Helnwein
25.04.2008
Galerie Rudolfinum, Prag
Peter Nedoma, Direktor der Galerie Rudolfinum in Prag, spricht mit Gottfried Helnwein
Peter Nedoma
Direktor der Galerie Rudolfinum
Dieses Gespräch fand im April 2008, anlässlich der Ausstellungsvorbereitung für die Retrospektive "Angels Sleeping - The Work of Gottfried Helnwein", in der Galerie Rudolfinum statt.
Helnwein: In den 70er Jahren war ich von den Möglichkeiten der Massenvervielfältigung fasziniert, das Original betrachtete ich damals als eine Art Edelabfall. Es war die Sehsucht nach einer Demokratisierung, einer Umorientierung von einer esoterischen in eine für jeden verständliche Kunst. Aber Jahre später hatte ich mein Damaskuserlebnis als ich Originale von Kandinsky in der National Gallery in Washington und die Renaissance-Gemälde in den Uffizien sah. Ich war so erschüttert und überwältigt von der Unmittelbarkeit nie zuvor erlebter ästhetischen Intensität und der spirituellen Qualität dieser Werke, dass ich zu zittern begann und den Raum verlassen musste, da ich nicht vor allen Leuten zu weinen beginnen wollte. Ich weiss nun dass es die Magie, die Aura eines Kunstwerkes gibt, und ich habe zu der Abendländischen Kunst (von der Gotik, über die Renaissance bis zur Moderne) ein geradezu religiöses Verhältnis. Ich bin immer noch der Meinung, dass die modernen Reproduktionstechniken neue Bereiche und Möglichkeiten für die Kunst eröffnet haben, aber an der Bedeutung des Originals und der Aura eines Kunstwerkes hat das nichts geändert.

GOTTFRIED HELNWEIN - INTERVIEW
25.02.2008
JOIA Magazine
GOTTFRIED HELNWEIN - INTERVIEW
Alvaro Fierro Nadales

"Finally we are living now in a society that is a combination of what Huxley foresaw in his "Brave new World" and Orwell in his "1984". We are caught in a stream of constant propaganda and we are under total surveillance. This is the Age of materialism, consumerism and decadence. Our heroes are idiots like trash-princess Paris Hilton, in their sad 15 minutes of fame. Children are shooting other children in schools before they kill themselves and in other parts of the world they blow themselves up in the middle of crowds. Doesn't that look like the end of a civilization, the second fall of Rome?"

Mercedes Helnwein in Conversation with Gottfried Helnwein
01.10.2007
BlackBook
Mercedes Helnwein in Conversation with Gottfried Helnwein
Nick Haramis
The New Literary Enfant Terrible: Mercedes Helnwein
Two generations of art provocateurs discuss tortured saints, world wars, and the unbearable lightness of being normal.

Donalds dunkle Seite
01.06.2007
Live
Donalds dunkle Seite
Nadia Weiss
Umstrittener Künstler und Mensch, unbestrittene Grösse der Kulturwelt: Gottfried Helnwein ist Romanmtiker, Bürgerschreck und der grosste Fan von Donald Duck

Mein Rachefeldzug
01.06.2007
Format
Mein Rachefeldzug
Michaela Knapp
Interview mit Gottfried Helnwein
Gemeinsam mit Manfred Deix gestaltet Gottfried Helnwein im Karikaturmuseum Krems eine donald Duck Ausstellung. Im Interview erklärt er warum ihm das besonderes Vergnügen bereitet

19.05.2007
Hannoversche Allgemeinen Zeitung
GESPRÄCH MIT GOTTFRIED HELNWEIN ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG SEINES VIRTUAL MUSEUMS OF ART IN "SECOND LIFE"
Johanna Di Blasi
Helnwein: "In gewissem Sinne ist ja jede Form visueller Kunst virtuell, also Illusion. René Magritte hat in seinem Gemälde "Der Verrat der Bilder" 1928 eine Pfeife dargestellt, unter die er auf Französisch "Dies ist keine Pfeife" schrieb. Und Picasso hat einmal gesagt: „Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen läßt“ Ich habe oft erlebt wie Ausstellungsbesucher äusserst emotional auf bestimmte Arbeiten von mir reagiert haben, und manchmal richtig ausgerastet sind. Es gab schon Leute, die zu toben begannen und mich oder die Bilder attakiert haben. Was eigentlich eigenartig ist, wenn man bedenkt, dass so ein Bild ja nur aus einem Stück Leinwand und ein paar winzigen Stäubchen Farbpigmenten besteht, die durch ein wenig Öl und Harz zusammengehalten werden. Was die Menschen in Bilder hinein interpretieren, spielt sich ja in Wahrheit nicht auf der Leinwand ab, sondern in ihren eigenen Köpfen. So gesehen ist diese neue Virtualität den alten Medien der bildenden Kunst nicht ganz unähnlich nur dass die Farbpigmente hier durch Pixel ersetzt werden."

Irland - Die Kunst zu leben
01.04.2007
GEO Special
Irland - Die Kunst zu leben
Stefanie Richter
Gespräch mit Gottfried Helnwein
In Irland habe ich begonnen, Landschaften zu malen. Eigentlich hatte ich immer nur Menschen als Thema. Aber der Ausblick von meinem Haus in Tipperary ist so unglaublich, man staunt, wie schön das ist. Man sieht nur Kühe, Berge und Schafe, kein Haus. Da habe ich gedacht: Landschaftsmaler müsste man sein! Und dann habe ich mich erinnert, dass die allerersten Bilder, die ich gemalt hatte, bevor ich auf die Akademie ging, kleine Landschaftsbilder waren, in der Nachfolge der Romantiker. Das hatte ich völlig vergessen. Die neuen Bilder habe ich inzwischen im Museum in Cork gezeigt, die Ausstellung hieß „Irish and other Landscapes“.